Ifo-Institut : Weltwirtschaftsklima schlecht wie seit Jahren nicht

Die Finanzkrise in den USA hat die Stimmung in der Weltwirtschaft auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gedrückt. Immerhin: die Erwartungen der Unternehmen für das nächste Halbjahr fallen nicht mehr ganz so düster aus.

MünchenDer viermal jährlich veröffentlichte Ifo-Indikator für das Weltwirtschaftsklima brach im April von 90,4 auf 81,4 Punkte ein, wie das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München mitteilte. "Der Rückgang resultiert vor allem aus der ungünstigeren Einschätzung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage, aber auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate wurden weiter nach unten revidiert", schrieb Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Der Index für die derzeitige Lage brach von 109,6 auf 96,8 Punkte ein.

Die Wirtschaftsforscher ermitteln den Index viermal jährlich mittels einer Befragung von mehr als 1000 Experten aus 92 Ländern, die sie nach ihren Einschätzungen zur aktuellen Lage und den Erwartungen für das nächste Halbjahr befragen. Aus beiden Werten ermittelt das Ifo-Institut den Index für das Weltwirtschaftsklima.

Schlechte Stimmung in den USA

Besonders düster war die Stimmung in den USA, wo der Indikator am stärksten sank. Für die nächsten sechs Monate sahen die Befragten die Situation aber nicht mehr ganz so kritisch. Überwiegend skeptisch wird die wirtschaftliche Lage auch in Asien gesehen und dort vor allem in Südkorea und Hongkong. Auch in Japan blieben die Erwartungen negativ. Im Vergleich zu vielen anderen Ländern blieb die Stimmung in Deutschland, Österreich und der Schweiz relativ gut. In Frankreich, Italien und Spanien ging der Indikator hingegen überdurchschnittlich stark zurück.

Insgesamt sehen die Befragten die kommenden sechs Monate nicht mehr ganz so kritisch. Der Index für die Erwartungen sank weniger stark als der für die Lage von 71,9 auf 66,7 Punkte. Als größtes Risiko für die Konjunktur wird weiterhin der schwache Dollar angesehen. (küs/dpa)

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