Wirtschaft : Ifo-Prognose: Nach sieben mageren Jahren Hoffnung für den Einzelhandel

Nach sieben mageren Jahren sind im deutschen Einzelhandel nach Einschätzung des Ifo-Instituts wieder bessere Zeiten in Sicht. Zwar habe sich die Stimmung in den letzten Monaten noch einmal eingetrübt. Dies sei jedoch voraussichtlich nur vorübergehend, teilte Ifo mit. Der Lagerdruck habe nachgelassen. Zudem sei die Investitionsbereitschaft weiter groß. Daher scheine eine konjunkturelle Erholung in Sicht. Für 2000 wird für den Einzelhandel mit einem Umsatzplus von zwei Prozent gerechnet.

Im ersten halben Jahr sei der Einzelhandel um nominal etwa 1,5 Prozent gewachsen, hieß es. Wegen des intensiven Wettbewerbs seien Preiserhöhungen weitgehend nicht durchsetzbar gewesen. Damit trage die Branche zu einer Stabilisierung der Inflationsrate bei. Zusätzliche Kaufimpulse werde es in den kommenden Monaten voraussichtlich von den jüngsten Lohnerhöhungen und von der Entspannung der Lage am Arbeitsmarkt geben. Der intensive Preiswettbewerb zehre allerdings an den Erträgen der Einzelhändler. Der Zwang zur Kosteneinsparung sei vermutlich auch der Grund für die hohe Investitionsbereitschaft. Die Investitionsquote liege mit 2,9 Prozent weit über dem Durchschnitt der siebziger und achtziger Jahre.

Wie das Statistische Bundesamt am Montag erklärte, hat sich der Stellenabbau im deutschen Einzelhandel unterdessen fortgesetzt. Im Durchschnitt der ersten sechs Monate waren 2,5 Millionen Mitarbeiter im Einzelhandel beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 1,4 Prozent. Damit ist im Einzelhandel zum fünften Mal in Folge die Beschäftigung in der ersten Jahreshälfte gesunken. Allerdings ist der seit 1994 beobachtete Trend zum Abbau von Vollzeitplätzen zu Gunsten von Teilzeitarbeitsplätzen im Einzelhandel nach Feststellung des Statistischen Bundesamtes gestoppt. Der Rückgang in der ersten Jahreshälfte habe fast ausschließlich die Teilzeitbeschäftigten betroffen.

Neues Urteil zu Verkaufszeiten

Eine Verlängerung der Ladenöffnungszeit am Sonnabend ist nur bei besonderem Anlass zulässig. Mit diesem am Montag verbreiteten Urteil gab das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz einem Kaufhausangestellten Recht, der gegen eine Verordnung der Stadt Trier geklagt hatte. Diese hatte festgesetzt, dass die Läden an sechs bestimmten Sonnabenden bis 18.00 Uhr und nicht wie sonst bis 16.00 Uhr geöffnet bleiben dürften. Darunter waren der 11. November mit der "Veranstaltung Museen und Handel", der 18. November in der Zeit der "Trierer Büchertage" und der 25. November mit dem Weihnachtsmarkt. Die Verordnung sei nichtig, soweit sie diese drei Tage betreffe, urteilte das Gericht. Zwar sei es gesetzlich erlaubt, die Läden an bis zu sechs Sonnabenden im Jahr länger offen zu halten, jedoch dürfe dies nicht nach Belieben geschehen.

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