IfW-Prognose : Wirtschaftsaufschwung gewinnt an Tempo

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft erhöhte abermals seine Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr auf 3,2 Prozent.

KielDer Aufschwung in Deutschland bleibt kräftig und gewinnt an Tempo. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) erhöhte abermals seine Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr von 2,8 auf 3,2 Prozent. Für das Jahr 2008 erwarten die Kieler Forscher nun eine Zunahme um 2,7 Prozent (vorher: 2,4 Prozent). "Nahezu alle Indikatoren zeigen ein sehr positives Bild der aktuellen Konjunkturlage", heißt es in der aktuellen Analyse. "Die konjunkturelle Dynamik in Deutschland wird im laufenden Jahr hoch bleiben." Davon profitiere auch der Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit dürfte im laufenden Jahr um rund 740.000 auf 3,74 Millionen abnehmen und im kommenden Jahr um weitere 700.000 auf gut drei Millionen Arbeitslose.

"Getrieben wird der Aufschwung allein von der Binnennachfrage", schreiben die Kieler Forscher. Die privaten Konsumausgaben könnten im laufenden Jahr kräftig steigen, da sich die Arbeitsmarktlage bessere und die real verfügbaren Einkommen trotz der restriktiven Finanzpolitik spürbar steigen. Hinzu komme, dass die Unternehmen ihre Investitionen wegen der hervorragenden Absatz- und Ertragsperspektiven deutlich ausweiten. Eine wichtige Rolle spiele auch, dass die mittlerweile vorliegenden und bis weit in das kommende Jahr hineinreichenden Lohnabschlüsse alles in allem moderater ausgefallen seien als erwartet. Ein Ende des Aufschwungs sei vorerst nicht in Sicht.

Die Einnahmen und Ausgaben des Staates werden nach Einschätzung des Kieler Instituts in diesem Jahr annähernd ausgeglichen sein. Im nächsten Jahr sei sogar erstmals seit 1989 mit einem leichten Überschuss zu rechnen. Dazu trage vor allem ein stark gestiegenes Steueraufkommen bei, aber auch der Überschuss bei der Bundesagentur für Arbeit. Zudem habe der Staat seine Ausgaben nur wenig erhöht, wohl aber die Mehrwertsteuer. Zum Staat zählen in dieser Betrachtung Bund, Länder und Gemeinden sowie die Sozialversicherungen. Das Staatsdefizit lag vier Jahre lang - von 2002 bis 2005 - über der Maastricht-Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts und ging erst im vergangenen Jahr auf 1,6 Prozent zurück. (mit dpa)

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