IfW-Studie : Weltweites Wirtschaftswachstum verliert an Schwung

Die Weltwirtschaft expandiert unentwegt, doch das Wachstum verliert an Schwung. Zudem schlägt sich zunehmend die Finanzkrise nieder. Für die USA sieht das Herbstgutachten des IfW ein "beträchtliches" Risiko einer Rezession.

Konjunktur
Die Weltwirtschaft verliert an Fahrt. -Foto: ddp

KielDas Wachstum der Weltwirtschaft bleibt nach Prognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) stark, verliert aber ein wenig an Schwung. Im kommenden Jahr wird die weltweite Wirtschaftsleistung um 4,4 Prozent zunehmen. Damit korrigieren die Forscher ihre Prognose um 0,3 Prozentpunkte nach unten. Im laufenden Jahr soll das Wachstum 4,9 Prozent betragen. "Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Phase ausgesprochen rascher Expansion", heißt es in der Studie. "Der Ausblick wird allerdings durch die Probleme an den internationalen Finanzmärkten überschattet."

Nach dem Abklingen der Finanzmarktkrise werden kaum gravierende Auswirkungen für die reale Wirtschaft bleiben, so das IfW. Wichtiger sei das Ende des Aufschwungs in den USA, den die Weltkonjunktur bislang gut verkraftet habe. Für die Vereinigten Staaten rechnet das Kieler Institut im kommenden Jahr mit 1,8 Prozent Wachstum, nach 2,0 Prozent in diesem Jahr. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA sei mittlerweile "beträchtlich". Auch aus Japan sei nicht viel zu erwarten; die konjunkturelle Dynamik bleibe "mäßig". Am besten entwickele sich der Euroraum mit einem Wachstum von 2,2 Prozent, aber auch das liegt unter dem laufenden Jahr mit 2,6 Prozent Wachstum.

Zu den Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft werden mehr und mehr die Entwicklungs- und Schwellenländer. Hier dürfte der Anstieg der Produktion durch die Abflachung der Konjunktur in den Industrieländern ebenfalls gedämpft werden, schreiben die IfW-Forscher. "Eine deutliche Abschwächung der Konjunktur erscheint aber nicht wahrscheinlich, zumal viele unter ihnen von den hohen Rohstoffpreisen stark profitieren und sich die Anfälligkeit für Finanzmarktkrisen in vielen Ländern in den vergangenen Jahren drastisch verringert hat." In China sei mit einem Wachstum von 11,4 Prozent im laufenden und 10,5 Prozent im nächsten Jahr zu rechnen. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar