Wirtschaft : IG BAU fordert 4,8 Prozent mehr Lohn und Gehalt

Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) tritt am Bau mit einer Gesamtforderung von 4,8 Prozent zur Tarifrunde an. Aus diesem Volumen sollen Reallohnverbesserungen für die 1,1 Millionen Beschäftigten, aber auch eine langfristige tarifliche Zusatzrente finanziert werden. Diesen Kurs legte die große Tarifkommission der IG Bau am Dienstag in Frankfurt fest. Die Verhandlungen mit den beiden Arbeitgeberverbänden des Baugewerbes sollen im März beginnen. IG Bau-Chef Klaus Wiesehügel unterstrich, seine Organisation sei unterhalb des Forderungsvolumens der Gewerkschaften in anderen Branchen geblieben. "Diese Differenz zu anderen Branchen genügt, die besonderen Probleme unserer Branche zu berücksichtigen", sagte Wiesehügel. Das Volumen von 4,8 Prozent unterstellt einen gesamtwirtschaftlichen Produktivitätszuwachs von 3,5 Prozent und eine Inflationsrate von 1,3 Prozent.

Forderungen aus dem Arbeitgeberlager nach einer Nullrunde seien "völlig an der Spur vorbei", kritisierte Wiesehügel. Es stehe außer Frage, "dass unsere Mitglieder in diesem Jahr reale Einkommenssteigerungen erwarten". Vor allem in den alten Bundesländern gebe es dafür eine "optimistisch stimmende wirtschaftliche Basis". In den neuen Ländern solle zumindest erreicht werden, dass die Schere beim Einkommen nicht weiter auseinander geht. Das Forderungspaket der IG Bau umfasst vier Themen. Neben mehr Lohn und Gehalt sowie der Tarifrente sollen ein Flächentarifvertrag zum neuen Altersteilzeitgesetz sowie ein Tarifvertrag über Arbeitsplatz- und Wettbewerbssicherung erreicht werden. Damit soll die illegale Beschäftigung auf den Baustellen wirksamer als bisher eingedämmt werden. "Wir haben gute Gesetze mittlerweile, Illegalität und Dumping zu bekämpfen. Was uns fehlt, ist wirksame Kontrolle." Die laufenden Tarifverträge über Lohn und Gehalt werden zum 31. März gekündigt. Wiesehügel ist optimistisch, bereits im April einen Tarifabschluss zu erzielen.

Weitere Metallbezirke wollen 5,5 Prozent.

Die IG Metall im Südwesten und im Bezirk Küste gehen mit einer Forderung von 5,5 Prozent in die bevorstehende Tarifrunde. Die Große Tarifkommission der baden-württembergischen IG Metall beschloss am Dienstag in Stuttgart, dass der Zuwachs sowohl in Einkommensverbesserungen als auch in einen Tarifvertrag zum Ausscheiden mit 60 Jahren fließen sollen. Baden-Württemberg ist mit knapp 500 000 Mitgliedern nach Nordrhein-Westfalen der zweitgrößte IG Metall-Bezirk. Die Tarifverhandlungen im Südwesten beginnen am 16. Februar. In die vergangene Tarifrunde war die Gewerkschaft mit einer Forderung von 6,5 Prozent im Volumen gegangen. In der Böblinger Schlichtung hatten sich dann Arbeitgeber und IG Metall auf 4,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt geeinigt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben