Wirtschaft : IG Bau: Gewerkschaft will Betriebsrenten stärken

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Die IG Bau wird als erste Gewerkschaft für ihre Mitglieder eine Tarifrente zum Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge anbieten. "Gemeinsam mit den Arbeitgebern haben wir hier eine Pionierleistung vollbracht", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der IG Bauen-Agrar-Umwelt Ernst-Dieter Laux. Zusammen mit den Arbeitgebern sollen Arbeitnehmer bis zu 78 Mark im Monat für die betriebliche Rente ansparen können. Das wird im Tarifvertrag geregelt. Unzufrieden zeigte sich Laux dagegen mit der Blockadepolitik der CDU/CSU-Opposition bei der Rentenreform. "Das verunsichert Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen." Bei allem Hin- und Her gehe er aber dennoch davon aus, dass die Rentenreform auch vom Bundesrat akzeptiert werde.

Im Detail sieht der Tarifvertrag vor, dass Arbeitnehmer zur Finanzierung von Altersversorgungsleistungen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge einen Anspruch auf einen Betrag von 60 Mark vom Arbeitgeber haben. Voraussetzung ist aber, dass sie selbst 18 Mark ihres Lohnes aufbringen. In Berlin liegt der Gesamtbetrag bei 60 und der Arbeitgeberanteil bei 46 Mark. In den neuen Ländern bei 26 und 20 Mark. Noch ist nicht absehbar, wie viele Beschäftigten der Bauindustrie von dieser Regelung Gebrauch machen werden. "Doch die Zustimmung sowohl bei Betrieben wie auch bei Arbeitnehmern ist jetzt schon groß", sagte Karl-Heinz Sahl, Vorstandsmitglied der Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes VVAG. Sicher sei aber, dass die Sozialkasse, die das Geld für die Betriebe anlege, die Mitarbeiter - etwa über die Riester-Förderung - berate.

Was die staatliche Förderung betrifft, hat die Tarifrente einen "Startvorteil", wie Laux sagt. Anders als andere Vorsorgeprodukte müsse die Tarifrente als Bestandteil der betrieblichen Altersvorsorge nach Paragraf 10 des Einkommensteuergesetzes nicht durch die Zertifizierungsstelle genehmigt werden. Die Tarifrente müsse allein die Voraussetzung einer lebenslangen Rente erfüllen, und dies sei jetzt bereits der Fall. "Damit können wir jetzt schon an den Start und müssen nicht erst auf den 1. 1. 2002 warten", sagte Laux. Nach Berechnungen der Gewerkschaft kann ein Mitarbeiter, der etwa mit 30 Jahren in die Tarifrente einbezahlt, beim Renteneintrittsalter von 62 eine Rente von rund 550 Mark im Monat erwarten. Zugrunde gelegt ist dabei eine Rendite von sieben Prozent.

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