Wirtschaft : IG Chemie will mehr als vier Prozent

Hohe Inflation treibt auch die Tarifforderung / Schmoldt lobt die Regierung

Berlin - Die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) strebt eine Tariferhöhung von mindestens vier Prozent an. Angesichts einer Steigerung der Produktivität von mehr als fünf Prozent in der Branche und einer Inflationsrate von zuletzt drei Prozent seien die Erwartungen der Mitglieder hoch. „Vom Geld her mache ich mir überhaupt keine Sorgen, dass das läuft“, sagte Werner Bischoff, für Tarifpolitik zuständiges Vorstandsmitglied, am Montagabend auf der Jahrespressekonferenz der Gewerkschaft in Hannover. Die vergangene Tariferhöhung betrug 3,6 Prozent zuzüglich einer Einmalzahlung von 0,7 Prozent. Kommende Woche will der Hauptvorstand der IG BCE eine Empfehlung für die Tarifrunde 2008 abgeben, die dann im Frühling beginnt. „Die Inflation wird dabei die tragende Rolle spielen“, kündigte Bischoff an.

Gewerkschaftschef Hubertus Schmoldt lobte die Bundesregierung wegen der Einführung eines Mindestlohns für Briefdienstleister und der Verlängerung des Arbeitslosengeldes für ältere Arbeitslose. Die Union bekenne sich offenbar wieder zur christlichen Soziallehre. Um alte und junge Arbeitslose in Beschäftigung zu bringen, regte Schmoldt einen Kombilohn aus Transfer- und Tarifeinkommen an. Beim bislang vorgesehenen Auslaufen der Förderung der Altersteilzeit 2009 ist Schmoldt zufolge „das letzte Wort noch nicht gesprochen“. Für die Personen, die nicht bis 65 oder demnächst 67 arbeiten könnten, müsse eine Lösung gefunden werden. Schmoldt plädierte für eine Kombination aus Teilrente, Zeitwertkonto und Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit.

Die IG BCE ist nach der IG Metall und Verdi die drittgrößte deutsche Gewerkschaft. Die Mitgliederzahl lag zuletzt bei 714 000 (Vorjahr: 729 000). alf

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