• IG Metall bei Streit um Ost-Arbeitszeit kompromissbereit Gewerkschaft will Unterschiede bei einzelnen Firmen zulassen

Wirtschaft : IG Metall bei Streit um Ost-Arbeitszeit kompromissbereit Gewerkschaft will Unterschiede bei einzelnen Firmen zulassen

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Leipzig (dpa). Die IG Metall will zur Durchsetzung der 35Stunden-Woche in den neuen Ländern zwischen den einzelnen Firmen Unterschiede zulassen. Der Zeitplan für die Verkürzung der Wochenarbeitszeit solle vom wirtschaftlichen Erfolg abhängig gemacht werden, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Hasso Düvel am Donnerstagabend in Leipzig.

Die Arbeitgeber lehnen eine 35-Stunden-Woche im Osten strikt ab. Derzeit arbeiten die 310 000 Ost-Metaller bei gleichem Gehalt drei Stunden länger als ihre Kollegen im Westen. Der IG-Metall-Bezirkschef für Berlin, Brandenburg und Sachsen schlug eine Aufteilung in drei Gruppen vor. Neben einem genauen Stufenplan für das „Hauptfeld“ soll es Härtefallklauseln für Unternehmen geben, die in Schwierigkeiten stecken. Sie sollen für die 35-Stunden-Woche mehr Zeit bekommen. Im Gegenzug sollen gut verdienende Betriebe die Arbeitszeit schneller auf West-Niveau verkürzen müssen.

Damit deutete Düvel im laufenden Tarifkonflikt erstmals Kompromisslinien an. „Wir schlagen einen Tarifvertrag mit hoher Differenzierung vor“, sagte der Gewerkschafter. Auf einen Termin, wann die 35-Stunden-Woche voll umgesetzt sein soll, legte er sich nicht fest.

Die Verhandlungen befinden sich derzeit in der zweiten Runde. Bis zum 30. April gilt noch die Friedenspflicht. Beide Seiten haben bereits bekundet, es anschließend auf einen Streik ankommen lassen zu wollen.

AUS DEN UNTERNEHMEN

Abschreibung bei Worldcom

Der in einem Insolvenzverfahren steckende US-Telekomkonzern Worldcom muss Vermögenswerte in Höhe von 79,8 Milliarden Dollar (73,9 Milliarden Euro) abschreiben. Es handelt sich um die zweitgrößten Abschreibungen in der US-Wirtschaftsgeschichte. Worldcom ist die zweitgrößte Ferngesprächsgesellschaft der USA und der weltweit größte Betreiber von Netzen für den Internetverkehr. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr nach Bilanzfälschungen in Milliardenhöhe ein Insolvenzverfahren einleiten müssen.dpa

BMW fährt nach China

Der Autohersteller kann in China expandieren. Der chinesische Staatsrat habe das lange geplante Joint Venture mit dem chinesischen Minibus-Hersteller Brilliance China Automotive genehmigt, teilte BMW-Chef Helmut Panke mit. Der Vertrag soll Ende März in Peking unterzeichnet werden. Die Produktion in der bestehenden Brilliance-Fabrik in Shenyang im Nordosten Chinas soll im Herbst anlaufen. Bis 2006 will das Joint Venture jährlich rund 30 000 Fahrzeuge der 3er- und 5er-Reihe in China bauen. nad

Daimler-Chrysler kauft Fuso

Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat wie geplant 43 Prozent an der Nutzfahrzeugsparte der japanischen Mitsubishi Motors (Fuso) übernommen. Dabei profitierten die Stuttgarter vom starken Eurokurs und bezahlten nur 710 Millionen Euro statt der ursprünglich geplanten 760 Millionen Euro, teilte Daimler-Chrysler mit. Mitsubishi Motors behält 42 Prozent an der Gesellschaft. Neuer Chef wird der deutsche Daimler-Chrysler-Manager Wilfried Porth.dpa

Ford schränkt Produktion ein

Der US-Autokonzern Ford wird seine Produktion in Nordamerika im zweiten Quartal 2003 drastisch zurückfahren. Zwischen April und Juni werde die Produktion verglichen mit dem Vorjahresquartal um 17 Prozent auf 980 000 Einheiten sinken, teilte der zweitgrößte Autoproduzent der Welt am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Im zweiten Quartal 2002 hatte Ford in seinen nordamerikanischen Fabriken noch 1,17 Millionen Fahrzeuge gebaut. dpa

Zumwinkel überwacht Telekom

Klaus Zumwinkel (59) ist neuer Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Telekom. Das Kontrollgremium des Telekommunikationskonzerns wählte den Chef der Deutschen Post am Freitag zum Nachfolger von Hans-Dietrich Winkhaus. Winkhaus stand nach dem Abgang Ron Sommers von der Telekom-Spitze wegen der anschließenden monatelangen Suche nach einem Nachfolger in der Kritik. dpa

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