Wirtschaft : IG Metall erhöht Tarifforderung Baden-Württemberg will bis zu fünf Prozent

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Berlin - Die IG Metall in Baden-Württemberg will mit einer Lohnforderung zwischen 4,5 und fünf Prozent in die nächste Tarifrunde gehen. Damit liegt der Bezirk, in dem traditionell die Pilotabschlüsse für die Metallindustrie in ganz Deutschland getroffen werden, etwas über den bislang diskutierten Forderungen, die zwischen vier und fünf Prozent liegen. Die endgültige Forderung wird im Januar aufgestellt. Der baden-württembergische IG-Metall-Chef Jörg Hofmann begründete auf Anfrage die Höhe der Forderung mit den Unternehmensgewinnen. „Die Ertragslage der Unternehmen hat sich deutlich verbessert“, sagte Hofmann dem Tagesspiegel.

Zum Beweis zitierte er Angaben des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, wonach die Umsatzrendite der Metall- und Elektrofirmen nach Steuern zuletzt bei 2,7 Prozent lag. Eine ähnlich gute Ertragssituation „hatten wir zuletzt im Jahr 2000 und davor Anfang der 90er Jahre im Vereinigungsboom“, sagte Hofmann. In der vergangenen Tarifrunde hatte die Gewerkschaft vor zwei Jahren vier Prozent mehr Geld gefordert und konnte dann für das erste Jahr 2,2 und für das zweite Jahr 2,7 Prozent durchsetzen.

Neben höheren Einkommen will die IG Metall im kommenden Frühjahr auch Regelungen zu Qualifizierung und Innovationen vereinbaren, was die Arbeitgeber aber strikt ablehnen. Die Lohnforderung der Gewerkschaft bezeichnete Otmar Zwiebelhofer, Verhandlungsführer der Arbeitgeber, als „falsches Signal“. Die Kosten müssten stabil bleiben, damit nicht noch mehr Firmen Wertschöpfung ins Ausland verlegten.

Der baden-württembergischen IG Metall geht es neben der Einkommenserhöhung um die Rettung der „Steinkühler-Pause“. Rund 92 000 Bandarbeiter, zumeist in der Autoindustrie, haben in Baden-Württemberg je Arbeitsstunde Anspruch auf acht Minuten Pause. „Erholzeiten gibt es überall, auch bei Toyota“, verteidigte Hofmann die Pause, die 1973 vom Stuttgarter IG-Metall-Chef Franz Steinkühler durchgesetzt worden war, und die nach Ansicht der Arbeitgeber nicht mehr zeitgemäß ist. alf

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