Wirtschaft : IG Metall kündigt Ausweitung der Streiks an

Der IG-Metall-Chef des Bezirks Baden-Württemberg, Berthold Huber, hat den Arbeitgebern ein Ultimatum zur Aufbesserung ihres Angebots von bisher zwei Prozent gesetzt. Falls die Arbeitgeber in den nächsten Verhandlungsrunden kein besseres Angebot vorlegten, werde seine Gewerkschaft mit "Zoff und Ärger" in den Betrieben reagieren, sagte Huber am Mittwoch vor rund 3000 Teilnehmern einer Kundgebung in Offenburg. In Baden-Württemberg sind die nächsten Verhandlungsrunden am kommenden Montag und am 15. April geplant. Aller Voraussicht nach wird in Baden-Württemberg der Pilotabschluss für alle anderen Bezirke ausgehandelt. In Bayern rief die IG Metall am Mittwoch knapp 10 000 Beschäftigte in mehreren Betrieben zu Arbeitsniederlegungen auf.

Huber sagte, mit den Warnstreiks gehe es der IG Metall darum, die Arbeitgeber zu einem akzeptablen Angebot zu bewegen. Bisher bieten die Arbeitgeber je zwei Prozent für dieses und das nächste Jahr. Ausdrücklich erklärte Huber in diesem Zusammenhang, dass seine Gewerkschaft eine Lösung am Verhandlungstisch anstrebe. "Aber wir werden auch einer handfesten Auseinandersetzung nicht aus dem Wege gehen, wenn uns diese von den Arbeitgebern aufgezwungen wird." Huber hatte sich in einem Interview kurz vor Ostern von einer seiner Ansicht nach "romantischen Sehnsucht" vieler Gewerkschaftsfunktionäre nach einem Streik distanziert. Ein Arbeitskampf sei "keine pädagogische Übung", hatte Huber gesagt. Die IG Metall fordert Einkommenserhöhungen von 6,5 Prozent.

Um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, will die IG Metall am Montag die Beschäftigten des Sindelfinger Automobilwerks von Daimler-Chrysler zu Warnstreiks aufrufen. Auf einer Kundgebung werden dann in Stuttgart bis zu 15 000 Teilnehmer erwartet. Der Streik im Daimler-Werk gilt traditionell als Auftakt für die heiße Phase der Tarifrunde. In Mainz fand eine Großkundgebung mit dem für die Tarifpolitik zuständigen IG-Metall-Vize Jürgen Peters statt, an der nach Gewerkschaftsangaben mehr als 3000 Metaller teilnahmen. "Wir wollen keinen Streik", sagte Peters. "Aber: Wenn die andere Seite uns zwingt, dann werden wir nicht zurückweichen." Weiter sagte Peters: "Wenn wir bis zum Äußersten gehen müssen, dann werden wir es tun." Die IG Metall sei zum Kompromiss bereit, könne aber ebenso für ihre Interessen kämpfen.

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