Wirtschaft : IG Metall verteidigt 6,5-Prozent-Forderung

BERLIN/DÜSSELDORF (ADN).Die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) wird in der kommenden Tarifverhandlungsrunde für das Versicherungswesen die Einführung der 35-Stunden-Woche und 6,5 Prozent mehr Gehalt fordern.HBV-Vorstandsmitglied Klaus Carlin begründete die Forderungen am Mittwoch in Düsseldorf mit den weiterhin guten Erträgen der Versicherer.

Es sei "hohe Zeit, daß auch die Beschäftigten von der guten wirtschaftlichen Entwicklung im Versicherungsgewerbe profitieren", sagte Carlin.Auch in dieser Branche hätten die Angestellten in der Vergangenheit Reallohnverluste hinnehmen müssen.6,5 Prozent mehr Gehalt würden zudem die Binnennachfrage stärken und damit zur Stützung der Konjunktur betragen.Die Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Stunden sei ein wichtiges Instrument zur Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze.Die Tarifverhandlungen für die rund 220 000 Beschäftigten des Versicherungswesens gehen am 9.Dezember in die erste Runde.

Auch die IG Metall in Nordrhein-Westfalen geht mit der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn und gehalt in die anstehende Tarifrunde 1999.Das beschloß die große Tarifkommission des größten IG-Metall-Bezirks am Mittwoch in Sprockhövel.Sie folgte damit wie zuvor eine Reihe weiterer IG-Metall-Bezirke der Empfehlung des Gewerkschaftsvorstandes.Die nordrhein-westfälische IG- Metall will ferner eine Angebung der Ausbildungsvergütimg vpm 90 DMN pro Monat durchsetzen.IG-Metall-Verhandlungsführer Harald Schartau betonte, daß die Frage von Einkommenserhöhungen für die rund 800 000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen im Mittelpunkt der nächsten Tarifrunde stehe.Die Ergebnissituation der Unternehmen lasse dies zu.Die Beschäftigten sollten daher von der "beachtlich gestiegenen Produtkivität" profitieren.Schartau hält nach eigener Aussage einen raschen Tarifabschluß für möglich.Die erste Verhandlungsrunde findet am 7.Dezember statt.

Die IG Metall in Ostdeutschland hat die Lohnforderung von 6,5 Prozent für die erste gemeinsame Ost-West-Tarifrunde verteidigt."Es ist klar, daß auch die ostdeutschen Unternehmen das verkraften", sagte der IG-Metall-Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg und Sachsen, Hasso Düvel, am Mittwoch.So hätten die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie im Osten einerseits 1997 zweistellige Zuwachsraten beim Umsatz und ein Produktivitätsplus von 17 Prozent erzielt.Andererseits liege der Effektivlohn der 266 000 Ost-Metaller durch die längere Arbeitzeit sowie geringere Zulagen rund 20 Prozent unter West-Niveau.Düvel: "Daher befinden sich die Ost-Unternehmen in einer günstigen Ausgangslage und können die Lohnerhöhung allemal verkraften." Es gehe am Ende nur um die Erhöhung der Grundlöhne.Ende September hatten sich die Spitzen der IG Metall und des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall auf künftig gemeinsame Ost-West- Lohnrunden geeinigt.

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