Wirtschaft : IG Metall warnt vor Aussperrungen

Die IG Metall hat die Arbeitgeber vor Aussperrungen im Fall eines Arbeitskampfes gewarnt. IG Metall-Chef Klaus Zwickel sagte am Samstag auf einer Veranstaltung der baden-württembergischen IG-Metall in Böblingen, der Tarifkonflikt würde durch solche Gegenmaßnahmen deutlich verschärft: "Aussperrung, nicht Streik, entscheidet über einen Flächenbrand." Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser hatte angekündigt, das Instrument der Aussperrung solle bei einem Streik "defensiv" eingesetzt werden.

Zwickel sagte, die Gewerkschaft wolle mit ihrem flexiblen Streikkonzept möglichst schnell zu einem akzeptablen Tarifergebnis kommen. Dabei sollten viele Betriebe einbezogen werden. "Wir werden Tagesstreiks, also auf Dauer einer Schicht begrenzte Streiks durchführen. Wir streiken da, wo es richtig wehtut", sagte Zwickel in der nicht voll besetzten Böblinger Sporthalle. Die IG Metall wolle mit dem Arbeitskampf keinen Betrieb ruinieren. Ein Schlichter könne derzeit allerdings nicht helfen, betonte Zwickel. Er bezifferte den maximalen Schaden eines Arbeitskampfes auf 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. "Streik ist also kein nationales Unglück." Selbst wenn die IG Metall ihre Forderung in Höhe von 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt durchsetzen könne, würden sich die Gesamtkosten der Unternehmen nur um 1,2 Prozent erhöhen.

Die Urabstimmungen über Streiks in der Metallindustrie laufen bis Dienstag in den Tarifbezirken Baden-Württemberg und Berlin-Brandenburg. Der Arbeitskampf soll am 6. Mai beginnen. Die Arbeitgeber boten zuletzt 3,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt für 13 Monate und eine Einmalzahlung.

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