Wirtschaft : IG Metall will Ausgleich für Inflation

Frankfurt am Main - IG-Metall-Chef Berthold Huber hat für die Tarifrunde 2008 einen Ausgleich für die hohe Inflation gefordert. Setze sich der Anstieg der Verbraucherpreise fort, „werden wir natürlich diese erhöhte Inflationsrate in Anspruch nehmen“, sagte Huber. Seine Äußerungen dürften die Diskussion über die angemessene Höhe der anstehenden Tarifabschlüsse für Millionen Beschäftigte weiter anheizen. Zuletzt hatte Bundesbank-Präsident Axel Weber gewarnt, dass zu hohe Lohnsteigerungen ihrerseits die Inflation ankurbeln könnten. Die Teuerung stieg im alten Jahr auf 2,2 Prozent, den höchsten Stand seit 1994.

Huber sagte, die Lohnforderung orientiere sich neben der Teuerung immer an der gesamtwirtschaftlichen Produktivität. Bei guter Branchenlage wie momentan in der Stahlindustrie komme noch ein Zuschlag zur Umverteilung der Gewinne dazu. „Ich plädiere dafür, dass wir bei diesen Grundparametern bleiben“, sagte Huber. „Ich hoffe, die Arbeitgeber sind so vernünftig und behalten das bei.“

Falls die Arbeitgeber einen Inflationsausgleich ablehnen sollten oder nur einen Teil der Preissteigerungen berücksichtigen wollten, werde sich die IG Metall bei ihren Forderungen an der Produktivität der jeweiligen Branche orientieren. „Ich glaube nicht, dass die Arbeitgeber sich darüber im Klaren sind, was ein alternatives Modell bedeuten würde“, sagte der IG-Metall-Chef. In Boom-Branchen wie dem Maschinenbau liegt die Produktivität deutlich über derjenigen der Gesamtwirtschaft.

Die Entgelttarifverträge in der Metall- und Elektroindustrie – mit 3,5 Millionen Beschäftigten der größte Industriezweig – laufen Ende Oktober aus. Die Diskussion über die Höhe der Forderung soll im Juni beginnen. Davor möchte die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern eine neue Regelung zur Altersteilzeit vereinbaren. Huber warnte die Arbeitgeber, dieses komplexe Thema mit der Entgeltrunde verknüpfen zu wollen. „Damit haben sie gleich Krawall von der ersten Minute an“, sagte Huber. dpa

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