Wirtschaft : IG Metall will bei Samsung neue Produktion aufbauen

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Berlin - Für das Berliner Werk des Elektronikkonzerns Samsung gibt es wieder Hoffnung. Betriebsrat und IG Metall haben ein Zukunftskonzept erarbeitet, mit dem die Schließung doch noch abgewendet werden soll. Demnach soll sich die Produktionsstätte in Berlin-Oberschöneweide einerseits weiter auf die klassische Bildröhrentechnik konzentrieren. „Die Nachfrage nach Bildröhren steigt derzeit wieder an“, sagte Klaus Wosilowsky von der IG Metall dem Tagesspiegel. Andererseits soll mit geringem Investitionsaufwand eine neue Produktion für extraflache Kathodenstrahlröhren aufgebaut werden. „Mittelfristig sind so schwarze Zahlen möglich“, sagte Wosilowsky.

Im Berliner Samsung-Werk arbeiten insgesamt 750 Beschäftigte. Der südkoreanische Mutterkonzern hatte im September angekündigt, die unrentable Produktionsstätte zu schließen. Seitdem wehren sich die Mitarbeiter mit zahlreichen Protestaktionen gegen die Pläne. In Oberschöneweide werden Bildröhrenfernseher hergestellt. Diese stehen jedoch unter erheblichem Konkurrenzdruck durch die neuere Plasma- und LCD-Technik.

Dennoch möchten IG Metall und Betriebsrat vorerst an der Röhrentechnik festhalten. „So würden wir drei bis vier Jahre Zeit gewinnen, um dann ein neues Produkt nach Berlin zu holen“, sagte Wosilowsky. Der Großteil der 750 Arbeitsplätze könnte dadurch erhalten werden.

Die Geschäftsleitung signalisierte bereits, das Konzept prüfen zu wollen. Dafür brauche man jedoch einige Tage Zeit. Allerdings sei mit der Röhrentechnik – egal ob klassisch oder extraflach – „mit Sicherheit keine wirtschaftliche Produktion möglich“, sagte ein Sprecher dieser Zeitung. Die IG Metall drohte hingegen mit weiteren Protestaktionen, falls die Verhandlungen, die am Montag fortgesetzt werden sollen, „nicht konstruktiv verlaufen“. awm

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