Wirtschaft : IG Metall wird ungeduldig

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Berlin - Der Tarifkonflikt in der Metallindustrie wird wohl erst nach Ostern gelöst. Am 20. April werde die Tarifkommission in Baden-Württemberg entscheiden, „wie lange wir noch am Verhandlungstisch sitzen wollen“, sagte Jörg Hofmann, Bezirksleiter der Gewerkschaft, am Mittwoch dieser Zeitung. Wenn man sich dann bis spätestens Ende April nicht geeinigt habe, müsse über einen Arbeitskampf abgestimmt werden. Baden-Württemberg ist traditionell der Pilotbezirk in der Metallindustrie. Auch in diesem Jahr „ist die IG Metall gut beraten, dort einen Abschluss zu machen, wo sie das Beste erreichen kann“, sagte Hofmann.

Am Donnerstag werden die Verhandlungen in Baden-Württemberg und NRW fortgesetzt. Dann wollen die Arbeitgeber erstmals ein Angebot vorlegen, das vermutlich unter zwei Prozent und damit weit unter der Gewerkschaftsforderung von fünf Prozent liegt. Die Streikbereitschaft der Metaller bezeichnete Hofmann als „so gut, dass es nur noch vorwärts geht“. Eine Einigung werde im Laufe der Zeit immer schwieriger, „weil die Erwartungen auf beiden Seiten größer werden“. Den Vorschlag der Arbeitgeber, die Belegschaften länger arbeiten zu lassen, wenn gleichzeitig zusätzliche Stellen geschaffen würden, lehnte er als „nicht verhandelbar“ ab. Es sei eine „Milchmädchenrechnung“ zu glauben, dass es mehr Stellen gebe, wenn alle mehr arbeiteten. alf

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