Wirtschaft : IG Metaller stimmen Stahlkompromiß zu

Tarifkonflikt damit beendet

BERLIN (alf).In der ostdeutschen Stahlindustrie ist ein Streik endgültig vom Tisch.Nachdem sich vor einer Woche Arbeitgeberverband Stahl und IG Metall auf einen Kompromiß verständigt hatten, billigten nun die Gewerkschaftsmitglieder den Tarifabschluß.Wie die IG Metall am Mittwoch mitteilte, haben sich bei der Urabstimmung 84,36 Prozent für die Annahme des Verhandlungsergebnisses ausgesprochen.Stimmberechtigt waren 4899 Mitglieder, von denen 4332 ihre Stimme abgaben; das entspricht einer Wahlbeteiligung von 88,4 Prozent.Gegen den Kompromiß votierten 190 IG Metall-Mitglieder. Das Ergebnis, das am 7.Januar wenige Tage vor Beginn eines Arbeitskampfes erreicht wurde, sieht für die Monate Oktober bis Dezember 1997 eine Pauschalzahlung in Höhe von 330 DM für alle Arbeitnehmer vor, sowie 90 DM für Auszubildende.Die im westdeutschen Stahl gezahlte Pauschale ist 180 DM höher.Rückwirkend zum 1.Januar steigen die Einkommen im Ost-Stahl um 2,6 Prozent und damit in derselben Größenordnung wie im Westen; die Laufzeit der Vereinbarung geht bis zum 31.März 1999 und damit einen Monat länger als im westdeutschen Stahl.Während sich die IG Metall zufrieden über den Abschluß zeigte, sprach der Arbeitgeberverband Stahl von einer "Erpressungssituation".Nur aufgrund des Drucks der Unternehmen und um den Streik zu verhindern, habe sich der Verband zu dem Kompromiß durchringen können.Der Berliner IG Metall-Bezirksleiter Hasso Düvel erklärte am Mittwoch, mit der Zustimmung in der Urabstimmung sei der Tarifkonflikt nun "auch formal beendet".Düvel bedankte sich bei "allen Metallern und Metallerinnen, die erst durch ihre Streikbereitschaft diesen Erfolg möglich gemacht haben".

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