Wirtschaft : Ignaz Walter formiert seine Gruppe neu - Reaktion auf Branchenkrise

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Der Augsburger Bauunternehmer Ignaz Walter verschmilzt seine beiden Teilkonzerne Walter Bau AG, Augsburg, sowie Heilit und Woerner Bau AG, München, um damit der anhaltenden Branchenkrise besser trotzen zu können. Zugleich werde das Geschäft mit Verkehrswegebau in eine eigene Gesellschaft, Walter + Heilit in München, ausgegliedert, sagte der Konzernchef am Mittwoch in Augsburg. Einen größeren Stellenabbau werde es nicht geben. Ende 1998 beschäftigten beide Baufirmen zusammen 9400 Mitarbeiter, davon 6700 in Deutschland.

Das Verhältnis, in dem Heilit und Woerner-Aktien in Walter Bau-Papiere umgetauscht werden, werde noch ermittelt. Im Zuge der Fusion, die binnen drei Monaten intern verarbeitet sein soll, werde das Grundkapital von Walter Bau von 75 Millionen Mark nominal auf gut 200 Millionen Mark erhöht. Dem müssen noch die Hauptversammlungen beider Konzerne im Juni 2000 zustimmen. Die Fusion soll rückwirkend zum 1. Januar 2000 erfolgen.

Die Fusion soll vor allem im Auslands- und Projektgeschäft starke Wachstumsimpulse auslösen. Binnen fünf Jahren plant Walter eine Steigerung der Bauleistung, die für beide Firmen 1999 addiert acht Milliarden Mark betragen dürfte, auf zehn Milliarden Mark. Der Anteil des Auslandsgeschäfts müsse dazu von heute 28 Prozent auf 40 bis 45 Prozent wachsen. Dieser Sprung soll vor allem durch den Bau von Großprojekten wie Flughäfen gelingen.

Laut Walter, der auch Präsident des deutschen Bauindustrieverbandes ist, seien die Chancen für das fusionierte Unternehmen "außerordentlich gut". Beide Firmen, an denen er je gut drei Viertel der Anteile hält, würden sich ideal ergänzen. Beide Baukonzerne seien gesund und sehr liquide, betonte Walter. Ihre flüssigen Mittel bezifferte er auf zusammen 1,5 Milliarden Mark. Für das laufende Jahr sei im Ergebnis addiert eine "schwarze Null" zu erwarten. Die anderen beiden Baukonzerne, an denen er eine Mehrheit besitzt, Dywidag und Züblin, seien von der jetzigen Fusion nicht betroffen, sagte der Konzernchef.

Walter selbst hat weitere 14 Prozent an seiner Dachgesellschaft Walter Holding AG übernommen, die er nun allein besitzt. Die Verkäufer, eine französisch-schweizerische Gruppe, hätten sich nach dem Holzmann-Desaster zu einem günstigen Preis von ihren Anteilen getrennt, sagte er.

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