Wirtschaft : IHK engagiert sich für türkische Unternehmen

Jahel Mielke

Berlin - Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin wünscht sich eine stärkere Einbindung türkischer Unternehmen. „Ich werbe für eine enge Zusammenarbeit“, sagte IHK-Präsident Eric Schweitzer am Mittwochabend auf einer Informationsveranstaltung für türkische Mitgliedsunternehmen. Die IHK stellte dort gemeinsam mit der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer (TD-IHK) ihre Angebote vor.

„Rund 90 Prozent der Berliner Unternehmer türkischer Herkunft haben noch nie ein Service- oder Beratungsangebot der Wirtschaftsförderinstitutionen, der Kammern oder der Wirtschaftsverbände in Anspruch genommen“, stellte Schweitzer fest. Frage man bei den Firmenchefs gezielt danach, wünschten sich allerdings viele Beratung in Rechts- und Finanzierungsfragen. Schweitzer unterstrich die große Bedeutung der türkischen Unternehmen für die Berliner Wirtschaft. „Mit mehr als 7000 Firmen sind türkischstämmige Unternehmer die größte Gruppe selbstständiger Zuwanderer innerhalb der Berliner Unternehmerschaft“, sagte er. Er warb für eine stärkere ehrenamtliche Mitarbeit. In den Gremien der IHK könnten sie den Kurs für die Wirtschaft in der Hauptstadt mitbestimmen.

Die Handelskammer forderte die türkischen Unternehmer außerdem auf, mehr Ausbildungsplätze für Jugendliche anzubieten. Momentan täten dies in Berlin nur sechs Prozent der Betriebe, häufig wegen fehlender Kenntnisse über das duale Ausbildungssystem, die Ausbildungsmöglichkeiten und aus Angst vor bürokratischen oder sprachlichen Hindernissen. „Hier können wir helfen“, betonte Schweitzer vor dem Hintergrund einer nach wie vor großen Zahl an unversorgten Bewerbern um eine Lehrstelle in Berlin.

Der Präsident der TD-IHK, Kemal Sahin, war zufrieden mit den Ergebnissen der Veranstaltung. „Wir freuen uns, dass die türkischen Unternehmer in Berlin die Anerkennung bekommen, die sie verdienen, weil wir ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft sind.“

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