Wirtschaft : IHK mahnt professionelles Flächenmanagement an

Kritik am Senat: Auch Wohngrundstücke in Berlin zu teuer

BERLIN (dw).Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin hat die Landesregierung für ihren unprofessionellen Umgang mit Grund und Boden kritisiert.Der Flächenmarkt müsse transparenter und funktionstüchtiger werden, forderte Jürgen Müller-Trimbusch, der Geschäftsführer der Bewag Immobilienmanagement Gmbh, der den IHK-Arbeitskreis Flächenmanagement leitet."Es ist ein Unding, daß Berlin selbst über Bestand und Nutzung der landeseigenen Grundstücke keinen vollständigen Überblick hatÒ, sagte Müller-Trimbusch.Schuld daran sei offensichtlich "zu starkes RessortdenkenÒ der einzelnen Senatsverwaltungen.Insgesamt gebe es mehr als 6000 landeseigenen Grundstücke, die als nicht betriebsnotwendig definiert wurden.Nötig sei endlich ein aktuelles Liegenschaftskataster, das allgemein zugänglich ist und über das alle wichtigen Daten abgefragt werden können.Gleichzeitig präsentierte die IHK einen Leitfaden mit Vorschlägen für eine professionelleres Flächenmanagement in Berlin. Die IHK fordert, daß vor allem "das Ungleichgewicht und die Ungleichartigkeit von Flächenangeboten und Flächennachfrage abgebaut werden müssen.Ò So müsse etwa beim Angebot an Gewerbeflächen berücksichtigt werden, daß überwiegend kleine Grundstücke bis 5000 Quadratmeter nachgefragt werden.Die Erschließung müsse daher entsprechend kleinteilig erfolgen."Die Knappheit an geeigneten und verfügbaren Flächen bleibt ein Standortnachteil BerlinsÒ, mahnte die IHK. Die Kammer kritisierte ferner, daß es riesige Brachflächen und Baulücken in Berlin gebe, gleichzeitig aber ganz eindeutig Eigenheimflächen im Westteil der Stadt fehlten."Nach Meinung der IHK sind Wohngrundstücke in Berlin noch viel zu teuer, um konkurrenzfähig zum Umland zu sein.Ò Nur durch ein höheres Grundstückangebot in Berlin könne die Preisdifferenz zum Umland reduziert werden."Junge Familien sollen sich ihren Wunsch nach Wohneigentrum oder ein Eigenheim auch in der Stadt erfüllen können.Ò Deshalb rate die Industrie- und Handelskammer, "daß verkehrsgünstig gelegene und gut erschlossene Flächen wie z.B.auch einige innerstädtische Kleingartenanlagen aus stadtwirtschaftlichen Gründen für den verdichteten Wohnungsbau genutzt werden.Ò

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