Wirtschaft : IKB-Eigentümer wollen verkaufen

Finanzinvestor Lone Star sieht Krisenbank auf gutem Weg – Interessent BNP Paribas will keine Risiken

Frankfurt am Main - Die schwer von der Finanzkrise gebeutelte Mittelstandsbank IKB sieht sich reif für einen Verkauf an einen neuen Eigentümer. „Die grundlegenden Anpassungen des Geschäftsmodells sind auf den Weg gebracht. Die EU-Auflagen sind materiell weitgehend erfüllt“, stellt die Düsseldorfer Bank in dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht fest. Der Finanzinvestor Lone Star hatte die Bank im Herbst zum Verkauf gestellt, mögliche Käufer zieren sich allerdings Kreisen zufolge noch angesichts der Altlasten in den Büchern der IKB.

Als aussichtsreichster Interessent gilt die französische BNP Paribas, die ihr Mittelstandsgeschäft in Deutschland ausbauen will. Sie verlangt Finanzkreisen zufolge allerdings eine weitgehende Freistellung von Risiken. Knackpunkt bei dem Verkauf ist allerdings die Griechenland- Krise. Wenn sie gelöst sei, könne die IKB noch im Sommer verkauft sein, sagte eine mit dem Prozess vertraute Person.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 (Ende März) hat sich die IKB nur vordergründig aus der Verlustzone herausgearbeitet. Zwar wurde ein Nettogewinn von 52 Millionen Euro ausgewiesen nach einem Verlust von fast einer Milliarde ein Jahr zuvor. Ohne die Sonderfaktoren, in denen sich die Abenteuer der Bank vor der Finanzkrise immer noch widerspiegeln, wäre aber ein Minus von 136 Millionen angefallen. Hoffnung macht der IKB ein drastischer Rückgang der Kreditrisikovorsorge im Aufschwung auf 71 (2009/10: 494) Millionen Euro.

Die IKB hängt immer noch am Tropf des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin. Für dessen Garantien von noch 8,6 Milliarden Euro zahlte die Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr allein 126 Millionen Provisionen. Am Markt hat die IKB seit ihrem Fast-Zusammenbruch 2007 keine unbesicherten Anleihen mehr untergebracht. Es seien auch keine geplant, sagte eine Sprecherin. Zum 30. Juni habe der Vorstand deswegen die Verträge mit den Ratingagenturen Moody’s und Fitch gekündigt. Stattdessen versucht die IKB unter anderem Kundeneinlagen zur Refinanzierung einzusammeln. Die nächsten Soffin-Anleihen von 1,8 Milliarden laufen im Januar 2012 aus, im Laufe des kommenden Jahres dann weitere 3,8 Milliarden. Dennoch sieht sich die IKB für die nächsten zwei Jahre ausreichend mit Liquidität versorgt. rtr

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