Wirtschaft : IKB macht eine Milliarde Verlust Angeblich gibt es neun Interessenten für die Bank

Berlin - Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB hatte schon in den ersten Monaten der weltweiten Finanzkrise Verluste in Milliardenhöhe angehäuft. Das geht aus den Halbjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2007/2008 hervor, die die Bank am Dienstag nach mehrmaligen Verzögerungen veröffentlich hat. Die Daten reichen bis Ende September 2007 – also rund vier Monate nach Beginn der weltweiten Finanzkrise. In dieser Zeit fuhr die IKB einen Verlust von einer Milliarde Euro ein. Er wäre sogar dreimal so hoch ausgefallen, hätte ein Pool aus privaten und öffentlichen Banken nicht 2,2 Milliarden als Hilfspaket zugeschossen.

Mittlerweile haben die staatliche KfW-Bank, der rund 45 Prozent der IKB gehören, und andere Institute insgesamt mehr als acht Milliarden Euro zur Rettung der Bank zur Verfügung gestellt. Das Geld ist offenbar fest eingeplant: Obwohl die IKB mit weiteren Belastungen durch die Finanzkrise rechnet, will sie ihre Verluste für das gesamte Geschäftsjahr mit Hilfe der Rettungsgelder auf 200 Millionen Euro drücken.

Der IKB-Vorstand geht nun davon aus, dass die Düsseldorfer Bank stabilisiert ist und zeigt sich zuversichtlich, was den geplanten Verkauf angeht. „Wir haben die Bank neu ausgerichtet und für den Verkauf an strategische Partner vorbereitet“, sagte Vorstandschef Günther Bräunig am Dienstag.

Insgesamt haben nach seinen Worten neun strategische Bieter und Finanzinvestoren ein „substanzielles Interesse“ an der IKB gezeigt. Der Verkaufsprozess laufe planmäßig, betonte der IKB-Chef. Bis Mai sollen die Interessenten dann „gehärtete“ Kaufofferten abgeben. Es gebe sowohl Bieter, die nur an dem reinen Mittelstandsgeschäft Interesse zeigten, als auch solche, die an der gesamten Bank interessiert seien. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte zuletzt signalisiert, dass die IKB „nicht für jeden schlechten Preis“ verkauft werde. stek/dpa

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