Wirtschaft : Ikea hängt seine Wettbewerber ab

Möbelhauskette macht trotz Konjunkturflaute mehr Umsatz – längere Öffnungszeiten bringen mehr Kunden

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Frankfurt (Main) (ro). „Wir sind zufrieden. Wir haben uns von Wettbewerbern weiter abgesetzt.“ Der DeutschlandChef der schwedischen Möbelhauskette Ikea, Werner Weber, gab sich am Donnerstag gelassen. Konjunkturtief und Konsumflaute haben das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr weit weniger getroffen als die Branche, die zuletzt Umsatzeinbrüche von acht Prozent hinnehmen musste.

Ikea habe den Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2003, das Ende August abgeschlossen wurde, um fünf Prozent auf 2,25 Milliarden Euro gesteigert, sagte Weber in Frankfurt. Auch der Gewinn sei höher ausgefallen. Details nannte der Deutschland-Chef allerdings nicht. Auch für das laufende Jahr blieb er zuversichtlich. „Auch wenn im Handel der Teufel los ist, werden wir uns gleichwohl nicht auf Rabattschlachten einlassen.“

Ganz ohne Preisnachlässe kam aber auch Ikea nicht aus: Die Preise seien in den letzten drei Jahren im Schnitt um acht bis neun Prozent gesenkt worden, sagte Weber. Auch mit dem Beginn des neuen Geschäftsjahres seien sie durchschnittlich um weitere 1,5 Prozent gefallen. Ikea werde jede Preisherausforderung annehmen und in einzelnen Bereichen auf Discount-Angebote reagieren, kündigte Weber an. Kaufanreize sind nötig: Die mehr als 30 Millionen Kunden, die Ikea im vergangenen Geschäftsjahr in seinen 31 deutschen Möbelhäusern zählte, gaben im Schnitt pro Einkauf weniger aus. Durchschnittlich waren es zuletzt 73 Euro, vor Jahresfrist berichtete Weber noch von 80 Euro. Gerade bei der Ansprache von Kunden mit schmalerem Geldbeutel tut sich Ikea weiter schwer. Der übergroße Teil des Ikea-Klientel ist nach Angaben von Weber eher besser ausgebildet und verfügt über ein mittleres bis überdurchschnittliches Einkommen.

Als großer Erfolg erweist sich die verlängerte Öffnungszeit am Samstag. „Nach 16 Uhr verbuchen wir 40 Prozent aller Umsätze an diesem Tag“, sagt Weber. Pro Woche entfallen rund 33 Prozent der Umsätze auf den Samstag, vor der längeren Öffnung waren es 28 Prozent. „Der Samstag ist für uns mit Abstand der wichtigste Einkaufstag.“ Für Weber muss die Liberalisierung weiter gehen. „Die Leute würden auch am Sonntag Möbel kaufen.“ Allein wegen der längeren Öffnung am Samstag hat Ikea rund 270 Mitarbeiter eingestellt. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen Ende August in Deutschland knapp 9800 Menschen. Ikea gehört nicht nur zu den großen Möbelhäusern, sondern inzwischen auch zu den 15 größten Gastronomieketten in Deutschland. Rund 100 Millionen Euro wurden im vergangenen Geschäftsjahr in den Restaurants umgesetzt, rund 17 Prozent mehr als 2001/2002. Auch der Online-Handel legte zu: Der Umsatz verfünffachte sich auf 13 Millionen Euro.

Mit einem Umsatzanteil von 20 Prozent ist Deutschland vor Großbritannien und den USA (je rund zwölf Prozent) der wichtigste Markt für Ikea. Weltweit setzte die Möbelhauskette 2002/2003 rund 11,3 Milliarden Euro um, 300 Millionen mehr als im Vorjahr.

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