Wirtschaft : Ikea senkt die Preise

Viertes Möbelhaus in Berlin nicht vor 2008

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main - Trotz des schwachen Konsumklimas und des scharfen Wettbewerbs setzt die schwedische Möbelhaus-Kette Ikea ihre Expansion in Deutschland fort. Wie in der Vergangenheit sollen bis 2010 jedes Jahr drei bis vier neue Möbelhäuser eröffnet werden. So will Ikea die Zahl der Mitarbeiter nach Angaben von Deutschland-Chef Werner Weber in den kommenden fünf Jahren um rund 4800 oder mehr als 40 Prozent aufstocken. Heute beschäftigt das Unternehmen in Deutschland 11650 Mitarbeiter, rund 850 mehr als vor einem Jahr. Seit 1996 hat sich die Zahl der Ikea-Beschäftigten mehr als verdoppelt.

Auch in Berlin planen die Schweden einen vierten Markt, wie Weber dem Tagesspiegel sagte, in dem 200 bis 250 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. An der Landsberger Allee im Osten der Stadt haben sich die Schweden bereits ein Grundstück gesichert. Vor 2008 allerdings dürfte das Haus kaum eröffnet werden. „Die endgültige Entscheidung hängt davon ab, ob die bisherigen drei Möbelhäuser in Berlin so gut laufen wie im vergangenen Geschäftsjahr.“ Die drei Häuser in Berlin-Spandau, in Tempelhof und Waltersdorf haben nach Angaben von Weber überdurchschnittlich gut abgeschnitten.

Derzeit betreiben die Schweden in Deutschland 36 Möbelhäuser. In den letzten Monaten wurden neue Märkte in Siegen, Duisburg und Osnabrück eröffnet, bis 2007 folgen weitere in Erfurt, Koblenz, Hannover, Frankfurt am Main und Augsburg. Heute sieht Weber den Markt bei etwa 55 Ablegern gesättigt, es sei denn der private Konsum komme wieder in Schwung. Davon ist nach Auffassung des Ikea-Chefs nichts zu spüren. „Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer wäre vor diesem Hintergrund mehr als schädlich“, sagt Weber. Als Hindernis für mehr Konsum betrachtet er auch die Ladenschlusszeiten. „Die Liberalisierung nutzt dem Handel. Ikea fordert mindestens die Freiheit, an sechs Tagen in der Woche 24 Stunden öffnen zu können“, sagt Weber. In Einzelfällen könnten Häuser bis 21 Uhr oder Mitternacht geöffnet werden.

An Rabattschlachten wollen sich die Schweden auch künftig nicht beteiligen. „Wir wollen Preisverlässlichkeit bei günstigen Preisen“, sagt Weber. Im neuen Katalog würden vor allem im Bereich Schlafzimmer und Küche viele Preise zum Teil deutlich gesenkt. Kein Produkt werde teurer. 100 Millionen Euro wird Ikea in diese Aktion investieren, 2004 hatten die Schweden 130 Millionen Euro für niedrigere Preise aufgewandt. Die Aktion hat sich gelohnt: Der Umsatz kletterte 2004/05 (bis 31. August) um 11,2 Prozent auf 2,77 Milliarden Euro. Auch das Ergebnis hat offenbar deutlich zugelegt, ohne dass Weber Details nennt. Im neuen Geschäftsjahr rechnet er erneut mit zweistelligen Zuwachsraten.

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