Wirtschaft : Ikon Präzisionstechnik setzt auf Sicherheit

DANIEL RHEE-PIENING

Früher wurden in Zehlendorf auch noch Kameras hergestelltVON DANIEL RHEE-PIENINGDie Ikon AG Präzisionstechnik ist ein altehrwürdiges Unternehmen - 1926 in Berlin gegründet.Der Sitz und das Hauptwerk befinden sich in Berlin-Zehlendorf, daneben gibt es noch ein kleines Montagewerk in Ulm.Zum Konzern Ikon gehören die Ikon AG Berlin, die BAB Ikon GmbH, Potsdam, die Duperay S.A., Brüssel und die Ikon Cully S.A., Schweiz.Früher produzierte man in Zehlendorf neben Schlössern auch Leuchten und Kameras, doch heute ist man nur noch im Kernbereich Sicherheits- und Schließanlagen tätig.Die Leuchtenproduktion wurde relativ bald eingestellt, Kameras unter dem Namen Zeiss Ikon Voigländer immerhin noch bis Anfang der siebziger Jahre hergestellt, doch dann wurde der Druck der japanischen Konkurrenz zu groß. Heute sind Schlösser und Zugangssysteme jeglicher Art der Kernbereich des Unternehmens.In Deutschland liegt der Marktanteil bei etwa 20 Prozent.Bei den Zugangskontrollen unterscheidet man zwischen mechanischen, also den Schlössern, die man in den Schaufenstern sehen kann, den elektronischen, also etwa Kartensysteme oder Zahlenkombinationen.Sie haben den Vorteil, daß sie sich beispielsweise mit der Zeiterfassung kombinieren lassen.Schließlich gibt es noch die biometrischen Systeme.Bei ihnen kommen Augenhintergründe oder Fingerabdrücke ins Spiel.Letzteren widmet man sich bei Ikon allerdings (noch?) nicht.Hier müsse man wohl noch zehn Jahre warten, die Systeme seien noch nicht ausgereift, heißt es.Zielgruppe von Ikon ist der Sicherheitsfachhandel. 1989 trennte man sich von Zeiss und gehört seitdem zu gut 97 Prozent zu dem schwedischen Konzern Assa Abloy in Stockholm.Seitdem heißt das Unternehmen auch Ikon AG.Der Handel mit den verbleibenen drei Prozent freien Aktien verläuft im allgemeinen sehr ruhig, die Kursbewegung gleichmäßig.Segment ist der amtliche Handel.Die nächste Hauptversammlung findet im Mai im Berliner Werk statt.Die freien Aktionäre erhalten eine garantierte Dividende von 10 Prozent. Den Umsatz in 1996 gibt Pressesprecher Jochen Ristow mit 88,5 Mill.DM an, das Ergebnis war mit 2,5 Mill.DM positiv.Für das vergangene Jahr liegen zwar noch keine exakten Zahlen vor, doch sind beide Kennziffern laut Ristow steigend.Etwas anders sieht es da leider bei der Beschäftigung aus.Rund 530 Mitarbeiter, 30 davon im Außendienst, beschäftigt Ikon derzeit in Berlin.Die Tendenz ist stagnierend bis leicht fallend.Nach der Wende gab es für Ikon, wie für viele andere Unternehmen auch, einen regelrechten Nachfrageboom.In Zehlendorf versuchte man, ihm durch hohe Investitionen in modernste Produktionstechnik zu begegnen.Jetzt, wo er abflaut, kann man dank der neuen Maschinen mit weniger Menschen mehr produzieren. Und auch die Flaute am Bau bekommt Ikon natürlich zu spüren."Nur wer gut ist und Qualität hat, kann dem begegnen", sagt Ristow selbstbewußt."Deshalb setzen wir auch auf Mechatronik der Verbindung von Mechanik und Elektronik."

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