Wirtschaft : ILA 2000: Eine Branche im Senkrechtstart (Kommentar)

Martina Ohm

Die Zeiten ändern sich. Noch 1992 blieb Brandenburgs Ministerpräsident der Eröffnung der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (Ila) in Schönefeld demonstrativ fern. Ein Holzmodell des Jäger 90 empörte damals Öffentlichkeit und Landespolitiker. Auf der diesjährigen Luftfahrtschau, die zum fünften Mal vor den Toren Berlins stattfindet, gibt sich die Polit-Prominenz ein Stelldichein und Eurofighter-Piloten demonstrieren stolz die Möglichkeiten ihres Fliegers. Die Veranstaltung, die an Größe und Beachtung gewonnen hat, gehört heute zum normalen Messegeschäft. Die Ila konnte sich als Nummer drei in Europa hinter den Veranstaltungen im französischen Le Bourget und im britischen Farnborough etablieren. Aber auch die Öffentlichkeit wirkt im Umgang mit der Ila, deren militärischer Anteil mit rund einem Viertel angegeben wird, gelassener. Weniger Widerspruch, mehr Dialog, weniger Schau, mehr Information - so lässst sich die Entwicklung kurz umschreiben. Dabei dominiert das "Business". Längst wird die Messe nicht nur als Schaufenster der Region betrachtet. Die Branche befindet sich im Umbruch. Die Bildung der European Aeronautic Defense and Space Company (EADS) unter Regie der deutschen, französischen und spanischen Industrie, trägt mit dazu bei, dass der diesjährige Auftritt der europäischen Branche überzeugt. Die neue Nähe zur Bundesregierung lässt die Manager hoffen. Entscheidungen sind fällig, Europas Luftwaffen brauchen neues Gerät. Ganz ohne politische Rücksichtnahme geht das nicht. Insofern steht jetzt schon fest: die diesjährige Ila wird spannend.

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