Wirtschaft : Ila 2000 muss ohne eine Mark vom Bund auskommen

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Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung Ila, die seit ihrem Umzug aus Hannover 1992 alle zwei Jahre in Berlin stattfindet, muss dieses Jahr ohne eine Mark Unterstützung vom Bund auskommen. Gesponsort wird die Veranstaltung aber erneut durch Berlin und Brandenburg. Dabei entfällt auf Brandenburg mit 60 Prozent der Hauptanteil und der Rest auf Berlin, wie der für das zuständige Geschäftsführer der Messe Berlin Karl-Joachim Kierey am Dienstag vor der Presse erklärte. Noch vor zwei Jahren hatte die Bundesregierung indirekt durch die Ausstattung der Sonderschau 50 Jahre Luftbrücke einen Kostenanteil übernommen. Das Budget beträgt 17 Millionen Mark, nach 19 Millionen Mark 1998. Nach Angaben des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums sollen die Zuschüsse aus Potsdam 3,6 Millionen Mark und aus Berlin 2,4 Millionen Mark betragen. Allerdings stehen in Berlin dem Vernehmen nach lediglich 1,5 Millionen Mark für die Ila 2000 zur Verfügung.

Die Messe Berlin tritt gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) als Veranstalter auf. Die Ila 2000 findet vom 6. bis zum 12. Juni zeitgleich zur Expo 2000 statt und - erstmals - nur sieben Wochen vor der Luftfahrtausstellung im britischen Farnborough. Die Briten wollen Berlin Konkurrenz machen. In der Branche sind vier Messeplätze führend. Neben dem französischen Le Bourget sind das Farnborough, Berlin und Singapur. Während die Franzosen in einem Jahr konkurrenzlos antreten, finden die drei übrigen Veranstaltungen alle in einem Jahr statt.

Kierey erwartet, dass sich dieses Jahr 850 Aussteller an der Ila beteiligen. Das wären 25 mehr als 1998 und ein neuer Rekord. Unverändert hingegen dürfte nach Einschätzung der Veranstalter die Anzahl der Besucher und Fachbesucher ausfallen. Insgesamt wurden vor zwei Jahren knapp 227 000 Besucher gezählt. Ein gutes Drittel dabei war Fachpublikum. Erstmals in diesem Jahr werden zum Auftakt drei Messetage ausschließlich dem Fachpublikum vorbehalten sein. Damit wollen Messe Berlin und BDLI den veränderten Ansprüchen an die Schau gerecht werden.

Viel verprechen sich die Veranstalter im Übrigen davon, dass sich auf der Ila 2000 erstmals das trinationale Raumfahrt-Joint-Venture Astrium und der neu formierte europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS (European Aeronautic Defense and Space Company) vorstellt. Von der gesamten Ausstellungsfläche im Umfang von 46 000 Qudratmetern entfallen allein auf EADS 1800 Quadratmeter. Keinen Großauftritt hingegen planen die Briten. Doch wird BAE Systems immerhin in Berlin vertreten sein. Unklar ist bis dato, inwieweit der US-Hersteller Boeing in Schönefeld präsent sein wird. Zwar wollen die Amerikaner ein militärisches Transportflugzeug zur Schau stellen, doch ob auch Produkte aus dem zivilen Bereich präsentiert werden, ist offen.

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