• ILA 2000: Werben für den Nachwuchs - EADS informiert Studenten auf der ILA über den beruflichen Einstieg

Wirtschaft : ILA 2000: Werben für den Nachwuchs - EADS informiert Studenten auf der ILA über den beruflichen Einstieg

Rainer W. During

110 Tonnen Stahl, 16 Kilometer Kabel, 55 000 Schrauben und Baupläne, die aneinandergelegt eine Strecke von zwei Kilometern ergeben - nicht die Beschreibung eines neuen Flugzeuges, sondern des Standes, mit dem sich auf der Ila 2000 der neue europäische Konzern European Aeronautic Defence and Space Company erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. "EADS Information" steht auf den Namensschildern der Mitarbeiter, denn noch ist das Gemeinschaftsunternehmen von DaimlerChrysler Aerospace (Dasa), Aérospatiale und Casa nicht formell gegründet. 92 000 Beschäftigte und 22 Milliarden Euro Jahresumsatz wird das vereinte Trio aufweisen können.

"Visionär, ungewöhnlich, faszinierend, sympathisch und souverän" will sich die neue Nummer Drei auf der Weltrangliste der Luft- und Raumfahrtkonzerne den Messebesuchern präsentieren. In nur einem halben Jahr ist die neue Ausstellungspräsentation entstanden, die auf 40 Lastzügen zu ihrer Weltpremiere nach Berlin transportiert wurde. 150 Arbeiter - zwei Drittel davon aus der Region - waren nötig, um den futuristisch wirkenden Riesenpilz aus Metallringen von bis zu 45 Metern Durchmesser zu montieren. Auf 1800 Quadratmetern in Halle acht führt EADS die Besucher in die Welt der Luft- und Raumfahrt, vom geplanten Airbus-Jumbo "A 3 XX" über die erfolgreiche Hubschrauberpalette von Eurocopter und den Eurofighter bis hin zum Raumflugkörper "Rosetta", der 2003 auf eine neunjährige Mission zum Kometen "Wirtanen" gehen soll.

Doch auf der Messe will EADS nicht nur seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen, sondern auch für den Nachwuchs werben. Allein Airbus will in diesem Jahr 200 bis 300 neue Arbeitsplätze schaffen. Europaweit benötigt der Konzern jährlich 1500 bis 2000 Hochschulabsolventen, sagt Pablo Salame Fischer, Leiter der Abteilung Personalmarketing. Dazu kommen rund 5000 Praktikanten und Diplomanden. Auf der Ila bietet man im "International Juniors Forum" Seminare an, auf denen sich Studenten diverser Fachrichtungen über Möglichkeiten zum Berufseinstieg informieren können.

Schon vor einem Jahr ist Wolf-Peter Denker mit dem Regierungsumzug an seinen Geburtsort Berlin zurückgekehrt. Er ist Vorstandsbeauftragter bei DaimlerChrysler Aerospace für Regierungs- und Politikangelegenheiten und wird auch das künftige Hauptstadtbüro von EADS am Potsdamer Platz leiten. Der neue Super-Airbus und die Neustrukturierung der Bundeswehr mit ihrem verstärkten Bedarf an neuen Aufklärungssystemen und Transportflugzeugen sind die Hauptthemen, über die Denker gegenwärtig mit den Politikern spricht. Durch die europäische Fusion sind Überkapazitäten entstanden, die eine Ansiedlung von Konzernstrukturen in der Berliner Region für die nächsten Jahre ausschließen, sagt er. Dagegen werden Veranstaltungen für Nachwuchsgewinnung angeboten. Die Kontakte zu den Berliner Unis seien schon deshalb hervorragend, weil viele Führungskräfte hier selbst einmal studiert haben.

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