• ILA: Der Markt für Regionalverkehrsflugzeuge wächst kräftig - Umfangreiche Aufträge für die Hersteller

Wirtschaft : ILA: Der Markt für Regionalverkehrsflugzeuge wächst kräftig - Umfangreiche Aufträge für die Hersteller

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Der Markt für Regionalverkehrsflugzeuge boomt. Über 100 Festbestellungen im Wert von drei Milliarden Dollar sowie die doppelte Zahl an Kaufoptionen haben die Hersteller Fairchild/Dornier und Embraer auf Ila bereits verbuchen können. Für die nächsten beiden Jahrzehnte rechnen die Produzenten mit einem weltweiten Bedarf von 9000 Jets mit bis zu 100 Sitzen. Der Markt für Regionalflugzeug wächst um 50 Prozent schneller als der Markt für Flugzeuge mit über 100 Sitzen, sagte Embraer-Vize Satoshi Yokota. Sein Unternehmen hat sich in wenigen Jahren zur Nummer zwei auf dem Weltmarkt der kleinen Jets gemausert.

Der kanadische Bombardier-Konzern als weltweit drittgrößter Hersteller von Zivilflugzeugen ist auf der Ila nur mit Businessjets vertreten. Bei den 20- bis 90-Sitzern hält die Firma im Regionalflugzeugsektor einen Marktanteil von 44 Prozent. Das brasilianische Unternehmen Embraer entwickelt gerade eine neue Flugzeugfamilie mit 70 bis 108 Sitzen. Die Auslieferung an den Schweizer Erstkunden Crossair, der 100 Maschinen fest bestellt hat, beginnt 2003. Bis 2004 werden 1,3 Milliarden Dollar in die Produktentwicklung sowie die Schaffung neuer Produktionsstätten investiert.

Konkurrent Fairchild/Dornier, gegenwärtig mit der aus einem Turboprop entwickelten 328 JET im Geschäft, entwickelt mit den größeren Modellen 728 und 928 ein entsprechendes Produkt und hat insgesamt 604 Festbestellungen im Gesamtwert von sechs Milliarden Dollar in den Auftragsbüchern zu stehen. Spätestens im Juli 2003 soll die erste Maschine der neuen Generation an die Lufthansa Cityline gehen, die 60 Exemplare fest bestellt hat.

Ebenfalls auf der Ila hat der frühere Fairchild-Manager Earl Robinson, der jetzt die US-Alliance Aircraft Corporation leitet, sein ehrgeiziges Programm für eine eigene Regionalflugzeug Familie mit zwei Typenreihen präsentiert. Die "Starliner" sollen in unterschiedlichen Varianten für 30 bis 110 Plätze angeboten werden. Als möglicher Antrieb für das größere Modell steht eine Variante des bei Rolls Royce im Brandenburgischen Dahlewitz gefertigten BR 700-Triebwerksfamilie zur Diskussion. Über eine technische Zusammenarbeit wird mit dem russischen Sukhoi-Konstruktionsbüro verhandelt.

Militärhubschrauber bestellt

Nach Nachmittag wurde von den Vertretern der vier Verteidigungsministerien aus Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden die Vereinbarung zum Kauf des neuen NATO-Transport- und Marinehubschraubers NH-90 unterzeichnet. In der ersten Bauserie sollen 366 Maschinen durch ein Konsortium von Agusta, Eurocopter und Stork/Fokker gefertigt werden - davon 134 für die Bundeswehr. Dabei entschied man sich auch für das Triebwerk von Rolls Royce, Rolls Royce Deutschland und Turbomac, was in Oberursel und Dahlewitz 200 Arbeitsplätze sichert. Staatssekretär Walther Stützle betonte, dass der Auftrag, der die deutschen Steuerzahler rund 7,2 Milliarden Mark kostet, allein in Deutschland über 15 Jahre rund 5300 Arbeitsplätze sichert.

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