ILA in Berlin : Messe findet weiterhin in Schönefeld statt

Eine Einstellung der Messe stehe ebenso wenig zur Debatte wie ein Standortwechsel. Die ILA soll auch zukünftig in Schönefeld stattfinden.

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Fachbesucher laufen am 22.05.2014 auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA über das Ausstellungsgelände.
Fachbesucher laufen am 22.05.2014 auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA über das Ausstellungsgelände.Foto: picture alliance / dpa

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) soll auch zukünftig in Schönefeld stattfinden. Auch ein Flugprogramm wird es dort trotz der nach Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER drohenden Engpässe weiterhin geben, betonte jetzt der Branchenverband BDLI. Eine Einstellung der Messe stehe ebenso wenig zur Debatte wie ein Standortwechsel oder eine vor einiger Zeit vom Mitveranstalter Messe Berlins ins Gespräch gebrachte Beschränkung auf eine reine Hallenveranstaltung ohne Airshow.

„Eine ILA am Funkturm wird es nicht geben, das ist die klare Meinung des Verbandes“, sagte BDLI-Präsident Bernhard Gerwert am Dienstagabend vor Journalisten. „Zu der ILA gehört ganz klar eine Flugshow“. Nach den Gesprächen mit Flughafenchef Karsten Mühlenfeld gehe man davon aus, dass diese auch nach der Inbetriebnahme des BER ab 2018 im begrenzten Umfang von täglich ein bis zwei Stunden möglich sein wird, so BDLI-Hauptgeschäftsführer Volker Thum.

Dafür verabschiedet man sich vom bisherigen Messekonzept, eine Konkurrenz zu den beiden globalen Branchentreffs in Paris und im britischen Farnborough sein zu wollen Die ILA werde nie eine Verkaufsschau für zivile Flugzeuge sein, sondern müsse sich als Leistungsshow und Innovationsmesse der Branche darstellen, sagte Gerwert. Künftig werden Themen wie Nachhaltigkeit und Zukunftstechnologien im Vordergrund stehen.

In diesem Jahr gibt es eine „Übergangsmesse“

In dieser Hinsicht wird es in diesem Jahr eine „Übergangsmesse“ geben, betonte Volker Thum. So werden am Stand des Wirtschaftsministeriums 30 bis 40 Innovationen der Branche präsentiert und es gibt erstmals einen Start-up-Day sowie einen Kongress über 3D-Druck und bionisches Design. Neu auf der um einen Tag verkürzten Messe (1. bis 4. Juni) ist auch der lange Freitag, an dem die ILA bis 20 Uhr für Privat- und Fachbesucher geöffnet ist.

Bei den Ausstellern wird künftig auf Qualität statt auf Quantität gesetzt. Große Rabatte um möglichst viele Teilnehmer zu bekommen gibt es nicht mehr, so Thum. Gleichzeitig rückt man zusammen. Trotz des Verzichts auf eine der mobilen Messehallen wird sich die Ausstellungsfläche nicht reduzieren. Ab 2018 - die ILA findet im zweijährigen Turnus statt - soll das neue Konzept dann voll greifen. Der bestehende Vertrag mit den Ländern Berlin und Brandenburg sowie der Messe Berlin läuft bis 2020.

Branche hat Rekordzahlen erwirtschaftet

Im vergangenen Jahr hat die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie erneut Rekordzahlen erwirtschaftet, berichtete Thum. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf ein Allzeithoch von 34,7 Milliarden Euro. Den Löwenanteil machte dabei mit 25,3 Milliarden (+11%) der zivile Sektor aus. Der militärische Bereich stabilisierte sich mit einem dreiprozentigen Plus bei 6,8 Milliarden Euro während die Raumfahrt mit 2,5 Milliarden stagnierte. Der Exportanteil der Branche liegt bei 70 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten betrug bei einem einprozentigen Zuwachs 106 800.

„Die Branche ist so groß wie nie zuvor und mehr und mehr global aufgestellt“, sagte BDLI-Präsident Gerwert. An jedem weltweit ausgelieferten Flugzeug seien deutsche Firmen mehr oder weniger beteiligt, insbesondere der extrem starke Mittelstand. Das hohe Lohn- und Kostenniveau werde durch Qualität, Technologievorsprünge und Zuverlässigkeit ausgeglichen. „Deutschland ist zur Innovation verdammt“, so Volker Thum.

Dominierte vor zwei Jahrzehnten noch der Militärsektor, ist heute die Zivilluftfahrt der Wachstumsmotor und Technologietreiber der Luftfahrtindustrie. Für die kommenden Jahre wird weiter mit einem Umsatzplus gerechnet, so hat Airbus mit einem Auftragsbestand von 6831 Flugzeugen seine Produktion des nächsten Jahrzehnts verkauft.

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