Illegale Downloads : "Piraterie gefährdet kulturelle Vielfalt"

Manche „Spiegel“-Leser wissen bereits am Sonntag mehr. Diejenigen nämlich, die sich das Magazin als PDF-Version online, kostenlos – und illegal – herunterladen.

Mehr als 20 Prozent der Deutschen haben im vergangenen Jahr Medieninhalte heruntergeladen – davon ein Viertel illegal. Das ergab eine aktuelle Studie zur digitalen Content-Nutzung, die am Dienstag in Berlin präsentiert wurde. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hatte im Februar 10 000 Deutsche zu ihrem Medienkonsumverhalten befragt, Auftraggeber waren der Bundesverband Musikindustrie (BVMI), der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). „Das ist ein heftiges Ergebnis“, stellte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, fest. „Vor allem die Zahlen für den jungen E-Book-Markt sind erschreckend.“ Sie zeigten, dass auch große und bekannte Download-Angebote wie zum Beispiel das Branchenportal „libreka!“nicht vor illegalem Download schützen.

Auch die Musikbranche trifft es hart: 73 Prozent der Musikdownloader, die illegale Quellen benutzen, bedienen sich dort ausschließlich. Die übrigen 27 Prozent dieser Gruppe kaufen zumindest noch gelegentlich CDs, geben aber im Schnitt nur 18 Euro im Jahr für CDs oder MP3s aus. „Im Grunde genommen haben wir alle das gleiche Problem, die Urheberrechtsverletzung“, sagte GVU-Geschäftsführer Matthias Leonardy. Sie alle fordern die Einführung eines Warnhinweismodells. Das sei effektiv, günstig und schnell umsetzbar. „Die Bundesregierung muss reagieren“, forderte Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI. „Die Piraterie gefährdet die kulturelle Vielfalt, die wir den Konsumenten bieten.“ jba

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