ILO-Bericht : Wachstum schlägt sich nicht auf dem Arbeitsmarkt nieder

Das weltweite Wirtschaftswachstum hat die Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht wesentlich verbessert. 2006 waren weltweit gut 195 Millionen Menschen arbeitslos, die meisten davon in Afrika.

Genf - Das entspreche einer Quote von 6,3 Prozent, wie es in einem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hieß. Damit bleibe die Zahl der Arbeitslosen auf dem historisch höchsten Stand. Auch das Wachstum in diesem Jahr und die damit verbundene Schaffung neuer Stellen seien nicht ausreichend, um die Arbeitslosigkeit merklich zu senken, schreibt die ILO.

In den vergangenen zehn Jahren habe sich das weltweite Wachstum vor allem im Gewinn von Produktivität bemerkbar gemacht. Die Produktivität kletterte um 26 Prozent, während die Zahl der Arbeitslosen weltweit um satte 16,6 Prozent zulegte.

Mit Blick auf Europa kämpfen gemäß ILO Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, Tschechien, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, die Slowakei und Polen mit einer Arbeitslosigkeit von über 7,5 Prozent. Die ILO-Statistiken weichen häufig von den nationalen Zählungen ab.

Leben mit weniger als zwei Dollar

Weltweit führen Nordafrika und der Mittlere Osten die Liste der höchsten Arbeitslosenrate mit 12,2 Prozent an. Südlich der Sahara beträgt die Arbeitslosenquote 9,8 Prozent. Es ist gleichzeitig die Region mit dem stärksten Anteil an so genannten Working Poor, also denjenigen, die von ihrer Arbeit nicht leben können.: Acht von zehn Arbeiter leben mit weniger als zwei Dollar (1,54 Euro) pro Tag.

Hart trifft die Arbeitslosigkeit die Jugendlichen: 44 Prozent der Arbeitslosen sind zwischen 18 und 24 Jahre alt. Weiter hob die ILO hervor, dass immer noch 1,37 Milliarden Arbeiter zu den Working Poor gehören. Damit beträgt ihr Anteil 47,4 Prozent. (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar