Wirtschaft : Im Airbus-Konsortium haben jetzt Neue das Sagen

Jean Pierson geht / Bischoff löst Reuter als Aufsichtsratschef ab TOULOUSE/COLOMBO/BELGRAD (AFP/dpa).Beim europäischen Flugzeugkonsortium Airbus ist am Dienstag eine Ära zu Ende gegangen.Der französische Airbus-Chef Jean Pierson nahm nach 13 Jahren am Firmensitz Toulouse seinen Abschied.Nachfolger ist sein Landsmann Noel Forgeard, der bislang Präsident der Raumfahrt- und Rüstungsfirma Matra Hautes Technologies war.Mit diesem Führungswechsel gehen weitere Veränderungen bei Airbus Industrie einher.Der Vorstandsvorsitzende der deutschen Daimler-Benz Aerospace (Dasa), Manfred Bischoff, löst Ex-Daimler-Benz-Chef Edzard Reuter als Vorsitzender des Aufsichtsrats ab.Die Position des Geschäftsführers wird traditionell mit einem Franzosen besetzt, während der Aufsichtsrat von einem Deutschen geleitet wird.Neuer Stellvertreter Forgeards wird das Dasa-Vorstandsmitglied Gerhard Russell. Mit dem langjährigen Airbus-Chef Pierson avancierten die europäischen Flugzeuge zum weltweiten Verkaufsschlager.Auch 1997 erreichte das Airbus-Konsortium mit 40 Prozent Zuwachs einen neuen Rekord.Krönender Abschluß von Piersons Werk waren nochmals zwei Großaufträge für Airbus: Die srilankische Fluggesellschaft Air Lanka will sechs Langstreckenmaschinen vom Typ A330-200 kaufen, wie der Leiter der staatlichen Privatisierungsbehörde, Mano Tittawela, am Mittwoch in Colombo mitteilte.Das Geschäft hat ein Volumen von 550 Mill.Dollar, die ersten Flugzeuge sollen in etwa 18 Monaten ausgeliefert werden.Außerdem will die jugoslawische staatliche Fluggesellschaft JAT (Yugoslav Airlines) bis zum Jahr 2005 acht Maschinen vom Typ A-319 kaufen.Jetzt haben Vertreter der JAT und der Airbus Industrie in Belgrad einen entsprechenden Vorvertrag unterzeichnet.Der Gesamtwert dieser Bestellung beträgt 300 Mill.Dollar. Inzwischen sind die Europäer dem US-Weltmarktführer Boeing dicht auf den Fersen.Die wichtigste Aufgabe von Piersons Nachfolger Forgeard wird es sein, dem lockeren Firmenbund bis zum 1.Januar 1999 eine neue Struktur zu geben, um nach der Fusion von Boeing und McDonnell-Douglas besser gegen die US-Konkurrenz gewappnet zu sein.An Airbus sind die deutsche Daimler-Benz Aerospace (Dasa) und die französische Aerospatiale mit jeweils 37,9 Prozent, die British Aerospace mit 20 Prozent und die spanische Casa mit 4,2 Prozent beteiligt. Pierson, der seine Karriere bei der staatlichen Aerospatiale begonnen hatte, übernahm die Leitung von Airbus 1985.In den folgenden Jahren machte er die Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge aus europäischer Fertigung zu Verkaufserfolg.Maßgeblich beteiligt war Pierson auch daran, daß die Palette der angebotenen Maschinen erweitert wurde.Der Weltmarktanteil der Gruppe wird auf 40 Prozent geschätzt.Airbus will Boeing die Hälfte des Marktes für zivile Flugzeuge mit mehr als 100 Sitzplätzen abtrotzen.

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