Wirtschaft : Im Bankgewerbe droht Streik

FRANKFURT (MAIN) (rtr).Im deutschen Bankgewerbe stehen die Zeichen auf Streik.Die großen Tarifkommissionen von DAG und HBV erklärten die Verhandlungen mit den Arbeitgebern am Dienstag für gescheitert.Sie wollen ihre Mitglieder ab der kommenden Woche über einen Streik abstimmen lassen.Dieser könnte zwischen dem 17.und dem 20.März beginnen.Zugleich sollen die Warnstreiks ausgeweitet und der Bankbetrieb zusätzlich durch besondere Aktionen behindert werden.Die Arbeitgeber äußerten sich gelassen.

Die Tarifverhandlungen waren am späten Montag abend trotz Annäherungen in einzelnen Punkten ohne einen neuen Termin abgebrochen worden.Die Verhandlungsführer von der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) und der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), Gerhard Renner und Klaus Carlin, warfen den Arbeitgebern vor, alles für die Aktionäre zu tun und ihre Angestellten mit "Brosamen" abspeisen zu wollen.Statt der geforderten linearen Gehaltserhöhung hätten die Arbeitgeber nur eine Einmalzahlung von 850 DM für das erste Halbjahr 1999 vorgeschlagen.Gleichzeitig hätten sie auf ihrer Forderung nach Streichung des 13.Monatsgehalts und der Einführung des Sonnabends als zuschlagfreier Arbeitstag beharrt.Die Arbeitgeber bekräftigten am Dienstag ihre Absicht, erst nach einer Einigung über eine neue Gehaltsstruktur eine lineare Erhöhung der Gehälter vereinbaren zu wollen.

Die Bankangestellten sollen zunächst nur an bestimmten Orten und einzelnen Banken zu Urabstimmungen aufgerufen werden.Zugleich wollen die Gewerkschaften ihre Warnstreiks ausdehnen.Die Gewerkschaftsmitglieder in den Aufsichtsräten der Banken wurden aufgerufen, gegen die in den Gremien anstehenden Dividendenbeschlüsse zu stimmen.Die Betriebsräte sollen für die unter Hochdruck laufenden Arbeiten zur Computerumstellung für das Jahr 2000 keine Überstunden mehr genehmigen.

Ein Sprecher der Arbeitgeber zeigte sich gelassen.Nach allen Erfahrungen seien die Bankangestellten nicht besonders streikbereit.Für die Gewerkschaften seien Tarifverhandlungen die einzige Möglichkeit "auf die Tonne zu hauen".Die Arbeitgeber riefen die Gewerkschaften dazu auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren.Als Termine schlugen sie den 29.oder 31.März vor.

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