Wirtschaft : Im Bilde

Vier Systeme im Vergleich: Fast jedes liefert ordentliche Aufnahmen

Yasmin El-Sharif

Für viele gibt es nichts Schöneres, als die Urlaubserinnerungen in bewegten Bildern mit nach Hause zu bringen. Leichte und kompakte Camcorder machen das möglich. Käufer dieser Geräte haben jedoch ganz unterschiedliche Vorlieben. Der eine will richtige Filme drehen und am Computer schneiden, der andere möchte seine Filme direkt auf den Fernseher bringen. Die Stiftung Warentest hat aktuell acht Camcorder getestet, die die Filme entweder auf Speicherkarten, DVD-Rohlingen, Mini-DV-Kassetten oder auf einer eingebauten Festplatte speichern. „Alle vier Systeme haben ihre Stärken und Schwächen und eignen sich für ganz unterschiedliche Anforderungen“, sagt Tester Herbert Noll.

Mit rund 80 Prozent aller verkauften Camcorder, ist das Mini-DV-System das noch am stärksten verbreitete. Für die kleinen Kassetten spricht, dass sie recht günstig, relativ robust und dazu noch Aufnahmen in höchster Bildqualität bieten. Im Test war der Canon HV10 der einzige Vertreter dieser Art. Die Kassette bringt rund eine Stunde Film unter, sowohl in herkömmlicher Pal-Qualität als auch in hochauflösendem HDTV (High Definition). „Die Detailauflösung ist beeindruckend“, sagt Herbert Noll. „Da müssen die anderen Geräte erst mal rankommen.“ Das Gesamturteil kann sich demnach auch sehen lassen: Note: 2,5.

Inzwischen machen aber DVD-Camcorder den DV-Geräten den Markt zunehmend streitig. Hauptvorteil der DVD-Modelle: Man kann die bespielten Scheiben ohne Umweg über den Computer direkt auf dem DVD-Player abspielen. Ganz so einfach, wie es sich anhört, ist das in der Praxis allerdings selten: Es gibt fünf Typen von DVD-Rohlingen, längst nicht jedes Abspielgerät kommt mit jeder Art zurecht (siehe Kasten). Im Test sind zwei DVD-Geräte vertreten: Der Samsung VP-DC563 und der Canon DC21. Die DVDs bieten bei höchster Aufnahmequalität jeweils rund eine Stunde Laufzeit. Beide kosten etwa gleich viel, 650 beziehungsweise 640 Euro. Doch der Canon ist insgesamt schlicht der Bessere von beiden und in der Bildqualität sogar der Beste im Test. „DVD-Camcorder eignen sich vor allem für Leute, die vor dem Filmen schon wissen, was sie aufnehmen wollen.“ Ein Nachteil bei den DVD’s ist, dass sie relativ schnell Kratzer kriegen.

Das Problem hat man mit Speicherkarten nicht. Wer eine Digitalkamera hat, kennt diese Karten schon. Sie sind unempfindlicher als DVD-Rohlinge. Dennoch: Die zwei Sanyo-Geräte im Test, die über Speicherkarten verfügen, schneiden am schlechtesten ab. „Die Bildqualität dieser Modelle ist nicht mit der der anderen vergleichbar“, sagt Herbert Noll. Bei ihnen handle es sich eher um Fotoapparate mit mäßiger Videofunktion als um Camcorder.

Was die Aufnahmedauer angeht, sind Geräte mit Festplatte unschlagbar. Im Test waren das die beiden Geräte von Hitachi und der Sony HDR-SR1. Das Sony-Modell hat beispielsweise Platz für vier Stunden Video. Außerdem ist das Gerät für hochauflösende Aufnahmen geeignet, die aber nur auf den modernen HDTV-Bildschirmen zur Geltung kommen. Tester Noll erklärt, dass sich Festplattengeräte bei Leuten empfehlen, die gerne drauflosfilmen und hinterher alles am PC zusammenschneiden.

Was fast alle getesteten Geräte vereint, ist dass ein guter Ton fehlt. „Der ist Mangelware“, sagt Noll. Oft verderben Störgeräusche den Spaß an den Aufnahmen. Bei jedem der Testgeräte sind in den Filmen mehr oder weniger stark Festplatten- oder DVD-Laufwerkmotorengeräusche hörbar. Tester Noll rät deshalb dazu, während des Filmens das Zoomen zu vermeiden, denn selbst das Geräusch wird häufig aufgezeichnet. Der mäßige Klang des Einbaumikrofons könnte mit einem externen Mikro verbessert werden. Dass aber auch das nicht immer der Fall ist, zeigt das aktuelle Beispiel: Bei den geprüften Geräten kommt nur der Hitachi HS301 mit einem externen Mikro auf „guten“ Ton.

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