Wirtschaft : Im Dickicht der Tarife

-

Die Gesundheitsreform, die die Regierung und die Union zusammen ausgehandelt und beschlossen haben, sorgt unter den mehr als 300 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland für viel Bewegung. Die meisten großen und viele kleine Kassen wollen ab dem Jahreswechsel Bonusprogramme anbieten. Zudem wollen sie mit privaten Unternehmen zusammenarbeiten, um Zusatztarife anbieten zu können – das war ihnen bislang verboten.

Einen Tarif mit Selbstbehalt bietet bislang nur die Techniker Krankenkasse an. Dabei trägt das Mitglied die ersten 300 Euro der Behandlungskosten im Jahr selbst und bekommt dafür einen Beitragsbonus von 240 Euro. Ab Januar planen die AOKVerbände ein ähnliches Angebot mit 350 Euro Eigenbeteiligung gegen 300 Euro Erstattung, ebenso die Barmer Ersatzkasse.

Auch Bonusprogramme sind weit verbreitet. Die Idee: Wer auf seine Gesundheit achtet, Sport treibt, Yoga-Kurse oder Vorsorgeuntersuchungen besucht, bekommt dafür Sachprämien von seiner Versicherung. Ein solches Angebot haben die Gmünder Ersatzkasse, die Barmer und die Techniker angekündigt. Auch die AOK will dies als Modellversuch erproben. Die Betriebskrankenkassen können Selbstbehalt und Vorsorge-Boni miteinander kombinieren – die 247 Gesellschaften verfolgen aber keine einheitliche Politik.

Der größte Teil der Krankheitskosten in der gesetzlichen Versicherung wird von chronisch Kranken verursacht – also von Bluthochdruck- oder Diabetes-Patienten. Mit speziellen Betreuungsprogrammen versuchen die Kassen, diese Versicherten gezielter zu betreuen und ihre Gesundheit zu verbessern. Wer sich einschreibt, wird gelockt mit geringeren Zuzahlungen. So machen es etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer oder die Deutsche Angestellten-Krankenkasse DAK. brö

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben