Im Falle einer Übernahme : Commerzbank: Keine Kündigungen bei Dresdner Bank

Die Commerzbank will bei einer Übernahme der Dresdner Bank Medienberichten zufolge weitgehend auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Streichungen sollen vor allem Investmentbanker in London und Mitarbeiter in den Frankfurter Bankzentralen betreffen.

BerlinDer geplante Stellenabbau solle schonend erfolgen, beispielsweise durch Altersteilzeitregelungen und natürliche Fluktuation, berichtet die "Welt" in ihrer Samstagsausgabe. Damit wäre dem Bericht zufolge die zentrale Forderung erfüllt, an die die Arbeitnehmervertreter ihre Zustimmung zu dem Zusammenschluss geknüpft hatten. Wie die Zeitung weiter berichtet, soll der mögliche Verkauf an die Commerzbank jedoch rund 9000 Arbeitsplätze kosten.

Cominvest soll an die Allianz gehen

Von den Streichungen im Fall einer Übernahme sind demnach vor allem Investmentbanker in London sowie die Frankfurter Bankzentralen betroffen. Ein Großteil werde in den Verwaltungsabteilungen und der Abwicklung wegfallen, heißt es. Weniger stark betroffen seien die Filialen der Banken. In den insgesamt 1800 Geschäftsstellen seien "deutlich weniger als 3000 Stellen" gefährdet, heißt es in dem Bericht. Laut "Welt" herrscht mittlerweile auch Klarheit über die Zukunft der Commerzbank-Fondstochter Cominvest. Sie gehe mit ihren 820 Mitarbeitern im Gegenzug an die Allianz.

Der zwischenzeitlich erwogene Verkauf an einen Dritten sei vom Tisch. Die Commerzbank steht kurz davor, den Zuschlag für die Dresdner Bank zu erhalten. Die Konzernspitze des Dresdner-Mutterkonzerns Allianz favorisiert laut "Welt" einen Verkauf an die Frankfurter Konkurrentin. "Die Sache ist weitgehend in trockenen Tüchern", zitiert die Zeitung aus dem Commerzbank-Umfeld.

Die Planungen laufen demnach darauf hinaus, dass direkt nach der Aufsichtsratssitzung der Commerzbank am Sonntagnachmittag die größte innerdeutsche Übernahme der Bankengeschichte verkündet wird. Allerdings habe die Allianz auch einen Verkauf der Banktochter an die China Development Bank noch nicht endgültig abgeschrieben. (mfa/AFP)

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