Wirtschaft : Im Finale spielt Puma gegen Adidas

Italien-Ausstatter steigert Fußballumsatz kräftig Puma-Chef Jochen Zeitz freut sich im WM-Jahr über einen Umsatzsprung

Henrik Mortsiefer

Berlin - Der Sportartikelhersteller Puma ist sehr zufrieden mit dem Verlauf der Fußball-WM. Der Umsatz im Fußballgeschäft sei im ersten Halbjahr um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, teilte Puma am Freitag mit. Absolute Zahlen nannte das Unternehmen nicht. „Wir haben unsere WM-Ziele nicht nur erreicht, sondern sogar deutlich übertroffen“, sagte Vorstandschef Jochen Zeitz in Berlin. Konkurrent Adidas hatte unlängst ein ähnlich hohes Wachstum im Fußballgeschäft bekannt gegeben. Der Dax-Konzern wird 2006 mehr als 1,2 Milliarden Euro mit Fußballprodukten umsetzen.

Im Finale trifft am Sonntag die von Puma ausgerüstete italienische Nationalmannschaft auf das französische Team, das von Adidas ausgestattet wird. Zum ersten Mal in der Firmengeschichte hat sich ein von Puma eingekleidetes Team für das Finale einer WM qualifiziert. „Das verschafft uns zusätzliche Aufmerksamkeit“, sagte Zeitz im Gespräch mit dem Tagesspiegel. „Sollte Italien Weltmeister werden, wäre das natürlich ein Pfund, mit dem wir wuchern könnten.“ Aber auch ohne einen Sieg der Italiener – Zeitz tippt 2 : 1 – habe Puma während der WM 2006 seine Position als eine der weltweit führenden Fußballmarken gestärkt. Der Herzogenauracher Konzern war nach eigenen Angaben mit zwölf Teams der führende Ausrüster des Turniers. Die Marke war in 56 Prozent aller Spiele präsent: In 34 von 64 WM-Spielen war demnach mindestens eine von Puma ausgerüstete Mannschaft auf dem Platz.

Zeitz kündigte an, das Unternehmen werde seine Produkt- und Marketinginitiativen im Segment Fußball über das Endspiel am Sonntag hinaus „konsequent fortsetzen, vor allem auch im Hinblick auf die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz“. Puma werde bei der EM als Ausrüster beider Gastgeberländer „ein echtes Heimspiel“ haben. Zur Höhe des Marketingbudgets äußerte sich Zeitz nicht. Der Anteil der Ausgaben für Retail (Vertrieb, Handel) und Marketing sei im laufenden WM-Jahr aber auf 18 Prozent des Umsatzes (2005: knapp 1,8 Milliarden Euro) gestiegen.

Auch an die nächste Weltmeisterschaft im Jahr 2010 hat Puma große Erwartungen, da der Konzern mehr als zehn afrikanische Fußballteams ausstattet. „Wir hoffen, dass sich fünf bis sechs Teams für die WM qualifizieren“, sagte Zeitz. Die Vorbereitungen auf das Fußball-Turnier in Südafrika haben bei Puma begonnen. „Wir machen uns Gedanken darüber, wie wir uns als innovative Sportlifestyle-Marke präsentieren.“

Angesichts des guten Abschneidens der Italiener bei der laufenden WM und der allgemeinen Fußballbegeisterung hätte Puma offenbar noch mehr Trikots der Squadra Azzurra und anderer Teams verkaufen können. Der Lagerbestand reichte aber nicht aus. „Wir liefern nur das, was der Handel und die Kunden vorab ordern“, sagte Zeitz. „Das Risiko trägt der Handel.“

Die Frage, ob Jürgen Klinsmann auch nach der Weltmeisterschaft Bundestrainer bleiben soll, beantwortet der Puma-Chef mit einem klaren Ja. „Alle, die Innovation und Veränderung im Fußball wünschen, wollen, dass er weitermacht.“

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