Wirtschaft : IM INTERVIEW / Finanztitel und Autozulieferer gehören zu den Favoriten

Das Bankhaus Lampe gehört zum exklusiven Kreis der deutschen Privatbanken.Wer bei dem Traditionshaus sein Geld anlegen möchte, sollte mindestens eine Viertelmillion auf dem Konto haben."Maßschneiderei hat ihren Preis", sagt Christian Graf von Bassewitz, Sprecher der Lampe-Geschäftsführung.Joachim Hofer sprach mit ihm über Geldanlagen in stürmischen Börsenzeiten. TAGESSPIEGEL: Die Aktienkurse bewegen sich in schwindelerregenden Höhen.Raten Sie noch immer zum Einstieg? VON BASSEWITZ: Es kommt auf den Anlagehorizont an.Langfristig sehe ich durchaus Chancen, insbesondere bei selektiver Auswahl der Titel.Hier möchte ich ausdrücklich auf unsere erfolgreichen Anlageprodukte Lampe Top Ten und Top Ten special hinweisen.Bei einem kurzfristigen Anlagehorizont gibt es sicherlich einige Risiken. TAGESSPIEGEL: Welche Gewichtung der Anlageformen empfehlen Sie derzeit? VON BASSEWITZ: Es ist momentan etwas Phantasie gefragt.Neben den skizzierten Perspektiven der Aktienanlage empfiehlt sich auch ein Engagement in Rentenpapieren mit längeren Laufzeiten.In diesem Bereich werden sich die Zinsen so schnell nicht ändern.Auch die Beimischung von Genußscheinen und Reverse Floatern ist sinnvoll.TAGESSPIEGEL: Was sind Ihre Favoriten? VON BASSEWITZ: Finanzwerte, die profitieren von Übernahmespekulationen.Daneben Titel, die den Turnaround nachhaltig geschafft haben oder auch renditestarke Automobilzulieferer.Bei Konsum- und Bauwerten ist es noch zu früh einzusteigen. TAGESSPIEGEL: Wie sollten sich Anleger bei schwankenden Märkten verhalten? VON BASSEWITZ: Man kann heute nicht mehr ohne weiteres sagen, man kauft und läßt die Papiere liegen.Bei den aktuellen Volatilitäten müssen sie kaufen, beobachten und notfalls verkaufen.Das gilt insbesondere auch für Renten.Angesichts der positiven wirtschaftlichen Rahmendaten besteht aber kein Grund, in Lethargie zu verfallen. TAGESSPIEGEL: Sind denn Fonds eine intelligente Anlage-Art? VON BASSEWITZ: Für kleinere und mittlere Anleger auf jeden Fall.Sie kaufen die Kompetenz von Fonds-Managern.Ich rate, wenn man über Europas Grenzen hinausgeht, immer zu Fonds-Anlagen, weil man die Märkte selbst nicht genau genug beobachten kann.Angesichts der Vielzahl der am Markt existierenden Fonds ist es dringend notwendig, sich auch in diesem Marktsegment kompetent beraten zu lassen. TAGESSPIEGEL: Was empfehlen Sie im Hinblick auf die Euro-Umstellung? VON BASSEWITZ: Große Gelassenheit.Ich erwarte, daß der Euro eine Stabilitätsgemeinschaft wird.Also keine Panik, keine Flucht in andere Währungen, wohl aber eine ausreichende Diversifikation.Den Anteil der liquiden Werte im Portefeuille würde ich tendenziell erhöhen, um dann Chancen wahrnehmen zu können, die sich nach 1999 bieten.Was da möglich ist kann man heute aber noch nicht exakt abschätzen. TAGESSPIEGEL: Wo liegen die Vorteile einer Privatbank im Anlagemanagement? VON BASSEWITZ: Wir setzten auf die Qualifikation unserer Mitarbeiter.Sie entwickeln für unsere Kunden individuelle Anlagekonzepte.Dabei berücksichtigen wir die Gesamtvermögenssituation, also auch steuerliche Belange und Immobilienanlagen.Da wir auf hohe personelle Kontinuität bauen, haben unsere Kunden über lange Jahre dieselben Ansprechpartner.

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