Wirtschaft : IM INTERVIEW

"Wir empfehlen Klassiker"Mit spektakulären Personalveränderungen hat die Dresdner Bank zum Jahresende von sich Reden gemacht.Ungeachtet dessen geht die Arbeit weiter.Wie laufen die Geschäfte? Was erwartet die Kundschaft? Welche Anlagen empfiehlt die Dresdner Bank? Mit dem Niederlassungsleiter der Dresdner Bank Berlin, Gerhard Richter, sprach Martina Ohm.TAGESSPIEGEL: Herr Richter, die Dresdner Bank ist in den vergangenen Monaten gleich mehrfach in die Schlagzeilen geraten.Vor allem die personellen Veränderungen haben Aufmerksamkeit erregt.Macht sich all das im Tagesgeschäft bemerkbar?RICHTER: Nein.Das Geschäft verläuft erfreulich.Die gesamte Bank entwickelt sich gut, wie die Zahlen der ersten neun Monate beweisen.Das gilt auch insbesondere für unsere Region...TAGESSPIEGEL: ..., wo die Bank gerade erst gute Noten für die Vermögensberatung erhielt.RICHTER: Ja, wir haben im Rahmen der letzten Bewertung durch Finanztest für unsere Wertpapierberatung die Note gut erhalten.Das war die beste Note und nur zwei Institute haben sie bekommen.TAGESSPIEGEL: Mit der neuen Niederlassung am Brandenburger Tor hat die Dresdner Bank in Berlin ein Zeichen gesetzt.Welche Bedeutung hat die Bank in der Region?RICHTER: Unsere Niederlassung ist mit Abstand die größte Niederlassung der Dresdner Bank.Wir betreuen in Berlin, Brandenburg und Teilen von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt 550 000 Kunden und verwalten hier ein addiertes Aktiv-, Passiv- und Depotvolumen von etwa 40 Mrd.DM.TAGESSPIEGEL: Beraten Sie nur individuell oder auch von der Stange?RICHTER: Wir bieten nur individuelle Vermögensberatung an.Allein in der Region stehen dafür 160 hochqualifizierte Anlagespezialisten zur Verfügung.Und das Interesse an ihrer Arbeit steigt kontinuierlich.Die Gründe dafür sind bekannt.Die Leute wollen auf Nummer sicher gehen und sich individuell für das Alter absichern.Mit langfristigen Wertpapieranlagen fahren sie gut.Sie können hier erkennbar bessere Renditen erwirtschaften als mit den herkömmlichen Spar-und Termineinlagen.Allerdings liegen bei den Banken in der Region nach wie vor schätzungsweise 100 Mrd.DM auf Spar- und Termingeldkonten.Da wird etliches Geld verschenkt.TAGESSPIEGEL: Der Trend zum Allfinanzgeschäft ist unübersehbar.Wie wirkt sich das aus?RICHTER: Wir kooperieren mit der Allianz, der Hamburg-Mannheimer und noch anderen Versicherungsgesellschaften.Und seit geraumer Zeit bieten wir schon die vollständige Palette der Versicherungen an.Für uns ist das keine ganz so neue Erscheinung.TAGESSPIEGEL: Die Dresdner Bank will aber noch näher an die Allianz heranrücken, wozu?RICHTER: Ich kann hier nur auf den Vorstand verweisen, der in Berlin bereits erklärt hat, daß wir auf mehreren Gebieten, etwa beim Bausparen und bei der Vermögensberatung, noch enger kooperieren wollen.TAGESSPIEGEL: Bankaktien werden zur Zeit aufgrund der Fusionsspekulationen allseits empfohlen, auch von der Dresdner Bank?RICHTER: Auch die fundamentalen Daten sprechen für Bankaktien.Wir empfehlen allerdings Klassiker; beispielsweise Allianz, Siemens, Daimler, für risikobewußtere Anleger SAP und in den USA unter anderem Intel.Im übrigen kann man mit Aktienfonds langfristig gesehen kaum schiefliegen.

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