Wirtschaft : Im Januar niedrigste Jahresteuerungsrate seit Jahren

Lebenshaltungskosten 1997 nur um 1,3 Prozent gestiegen / Ursache: Niedrige Ölpreise WIESBADEN (dpa).Die weltweite Rückgang des Ölpreises hat den Preisauftrieb in Deutschland zum Jahresbeginn auf den niedrigsten Stand seit der Einheit gedrückt.Die jährliche Inflationsrate fiel auf nur noch 1,3 Prozent nach 1,8 Prozent im Dezember 1997. In Westdeutschland legten die Preise für die Lebenshaltung der privaten Haushalte binnen Jahresfrist sogar nur noch um 1,1 Prozent zu."Ein solch geringer Anstieg wurde letztmals im April 1988 gemessen", stellte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden fest.Auch für die neuen Bundesländer ermittelten die Statistiker mit 1,7 Prozent einen stark rückläufigen Preisauftrieb.Im Dezember 1997 hatte die Teuerungsrate im Osten noch 2,3 Prozent und im Westen noch 1,7 Prozent betragen.Die stärkste Teuerung verzeichnete erneut der Bereich Gesundheits- und Körperpflege mit 5,4 Prozent, in den neuen Bundesländern sogar 13,4 Prozent.Relativ stabil blieben die Preise für Bekleidung und Schuhe mit einer Preissteigerung von 0,3 Prozent, im Osten gingen die Preise sogar um 0,1 Prozent zurück. Der für die Verbraucher positive Trend dürfte allerdings bald vorüber sein.Mit der für den 1.April beschlossenen Anhebung der Mehrwertsteuer von 15 auf 16 Prozent ist ein Preisschub in naher Zukunft bereits absehbar.Die Dresdner Bank rechnet daher bis zum Ende diesen Jahres mit einer Zunahme des Preisanstiegs um rund 0,7 Prozentpunkte. Das aktuell günstige Preisklima ist vor allem die Folge einer günstigen Lage auf den Energiemärkten.Wichtige Öl-Länder haben die Fördermengen aufgestockt, während gleichzeitig die Asienkrise und der milde Winter die Nachfrage drosseln.Daher liegt das Preisniveau für Rohöl derzeit auf dem niedrigsten Stand seit vier Jahren.Im Januar kostete Heizöl um 21,3 Prozent weniger als vor einem Jahr.Aufgrund der geringen Verbreitung von Ölheizungen in den neuen Ländern wirkte sich dies dort allerdings kaum auf Teuerungsrate aus.Kraftstoffe waren immerhin rund drei Prozent billiger als ein Jahr zuvor. Zu berücksichtigen ist, daß Anfang 1997 bundesweit die Rundfunk- und Fernsehgebühren sowie in Ostdeutschland die Mieten relativ stark angehoben wurden.Dieser sogenannte Basiseffekt, der bis Jahresende 1997 die Preisstatistik beeinflußt hat, wirkt sich seit Januar nicht mehr aus.Die Mieten in den neuen Ländern waren nur noch 1,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor.Im Dezember waren es noch 2,9 Prozent.Auch im Westen setzte sich mit einem Jahresanstieg von 2,1 (Dezember: 2,2) Prozent der Trend zu sinkenden Teuerungsraten bei Mieten fort. Einen günstigen Effekt hatten auch die Preise für Frischgemüse."Der saisonbedingte Preisanstieg bei Frischgemüse fiel im Januar 1998 deutlich geringer aus als im Januar 1997, so daß die Preise für Frischgemüse gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 12,0 Prozent fielen."

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