Wirtschaft : Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses dürften wieder die Telekommunikations-Aktien stehen

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Die Aktien eilen von Rekord zu Rekord. Von den Warnungen namhafter Finanzmarktexperten in den vergangenen Wochen lassen sich die Börsianer nicht beeindrucken - bis jetzt zumindest nicht. Auch am vergangenen Freitag trieben die High-Tech-Werte viele Indizes auf neue Höchststände.

Ein guter Wochenstart an den Aktienbörsen scheint angesichts der guten Vorgabe der Wall Street gesichert. An den europäischen Aktienmärkten dürften die Telekomwerte weiter im Mittelpunkt stehen. Zu den Höhepunkten des Freitagshandels zählten die Kursgewinne bei British Telecom und KPN Telecom. Gesprächsstoff unter den deutschen Händlern lieferte die Deutsche Telekom mit dem Überschreiten der Kursmarke von 100 Euro. Viele Analysten bleiben optimistisch für die T-Aktie. Über Aquisitionskandidaten im Ausland war an den Vortagen spekuliert worden. Namen wie Telefónica oder British Telecom waren im Gespräch. Jetzt konzentrierten sich die Mutmaßungen auf die in Fusion befindlichen Regional- und Ferngesprächsanbieter US West und Qwest.

Holger Grawe von West LB Panmure sieht die T-Aktie weiterhin als "Outperformer". Er hält es für wahrscheinlich, dass die Telekom den US-Spezialisten für Datenkommunikation Qwest kauft. Die Deutsche Telekom würde ihre Position damit deutlich verbessern, da Qwest ein eigenes Hochgeschwindigkeitsnetz in den USA besitze. Qwest verfüge nach der Übernahme der regionalen Telefongesellschaft US West außerdem über einen lokalen Zugang für Endkunden. Theo Kitz von Merck, Finck & Co. stuft die Aktie ebenfalls als "Outperformer" ein. Eine Ende des Aufwärtstrends sei nicht zu erkennen. Die im kommenden Jahr erwarteten weiteren Börsengänge von Telekom Medien und T-Nova würden stille Reserven offen legen. In den kommenden Tagen wird die Fülle anstehender Wirtschaftsdaten entscheidenden Einfluss auf die Aktien- und Rentenmärkte ausüben. Am heutigen Montag erwarten die Marktteilnehmer eine Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan über die "New Economy". Am Dienstag stehen Produktivitäts- und Arbeitskostenzahlen an, am Mittwoch blicken die Händler auf den Konjunkturbericht der Notenbank.

Die jüngsten US-Daten änderten nichts an der Erwartung vieler Analysten, dass die USNotenbank und die Europäische Zentralbank in diesem Jahr ihre Leitzinssätze noch mehrere Male erhöhen werden. Deshalb urteilt die Commerzbank in ihrem aktuellen Wochenausblick, die unsichere Situation an der Wall Street mit der Gefahr erneuter Kursverluste und steigender Kapitalmarktzinsen "machen die Höhenluft am deutschen Markt merklich dünner". Am Rentenmakt erwartet die Commerzbank leicht steigende Renditen, doch dürfte die Effektivverzinsung der zehnjährigen Bundesanleihe nicht die Marke von 6 (Freitag: 5,46) Prozent erreichen.

Am Frankfurter Neuen Markt erleben drei Titel in der kommenden Woche ihre Premiere. Die IPC Archtec, ein Anbieter von Marketing und Dienstleistungen rund um den Vertrieb von Desktop-PCs und Notebooks, soll vom 7. März an notiert werden. Trius, mit dem Geschäftsfeld Internet Communications Software, kommt am 9. März. Ebenfalls am 9. März ist die Erstnotiz der BK International. Das Kölner Unternehmen ist im Bereich der Produktion, Distribution und Vermarktung von Zeichentrickserien für Kinder sowie Lizensierung und Merchandising von Nebenprodukten tätig.

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