Wirtschaft : Im Osten Ferien machen

50 Prozent mehr Urlauber in den neuen Ländern

Berlin - Der Tourismus in den neuen Bundesländern wächst deutlich schneller als in Westdeutschland. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Montag im Vorfeld des Tourismusgipfels in Berlin vorstellte. „Die Entwicklung ist eine Erfolgsgeschichte. Die Branche hat beste Perspektiven für weiteres Wachstum“, sagte Tiefensee. In den vergangenen zehn Jahren sind der Studie zufolge fünfzig Prozent mehr Urlauber in die neuen Länder gekommen. Auch 2007 gibt es deutliche Zuwächse. Im Osten übernachteten in den ersten sechs Monaten 28,5 Millionen Urlauber (plus 5,1 Prozent), im Westen 131 Millionen (plus 2,9). Spitzenreiter ist Mecklenburg-Vorpommern mit 12,7 Prozent Zuwachs.

„Nachholbedarf gibt es bei den Urlaubern aus dem Ausland“, sagte Tiefensee. Die ostdeutschen Länder belegen hier die letzten Plätze. Das läge vor allem daran, dass sich die neuen Bundesländer nach der Wiedervereinigung auf Touristen aus Westdeutschland konzentriert hätten. Um bei ausländischen Touristen bekannter zu werden, müssten Kommunen vom Kirchtumdenken wegkommen und gemeinsame Strategien zur Vermarktung entwickeln.

Am Nachmittag eröffnete Tiefensee den vom Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) veranstalteten Tourismusgipfel. Zwei Tage diskutieren Experten, darunter Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) und Arcandor-Chef (vorher Karstadt-Quelle) Thomas Middelhoff, über die Zukunft der Branche und die Bedeutung des Klimaschutzes. BTW-Präsident Klaus Laepple forderte die Politik auf, klimaschützende Maßnahmen kurzfristig umzusetzen. „Es kann nicht sein, dass Flugzeuge Warteschleifen fliegen, nur weil es keine einheitliche europäische Flugsicherung gibt.“ Zwölf Prozent der Abgase könnten gespart werden, wenn nicht jedes Land sein eigenes Sytem unterhielte. Tiefensee unterstützt dieses Vorhaben. „Das ist eines der wichtigsten Themen, um das wir kämpfen. Da ist jetzt die portugiesische Ratspräsidentschaft gefragt“, sagte Tiefensee dem Tagesspiegel. jpe

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