Wirtschaft : Im Osten immer mehr Wohnungen leer

fw/dpa

Die Zahl der leer stehenden Wohnungen in Ostdeutschland ist im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Wie der Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen (GdW) am Donnerstag in Berlin mitteilte, hat sich der Leerstand bei den kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen im Jahr 2001 auf 15,8 Prozent von 14,2 im Jahr zuvor erhöht. Demnach gab es 2001 im Osten Deutschlands 410 000 ungenutzte Wohnungen, 35 000 mehr als noch vor zwei Jahren.

Am meisten betroffen seien Sachsen und Sachsen-Anhalt. In beiden Bundesländern steht laut GdW fast jede fünfte Wohnung leer. Die Wohnungsunternehmen und der Deutsche Städtetag forderten unter anderem eine schnelle Umsetzung des Programms "Stadtumbau Ost". Die Bundesregierung hatte das Programm im vergangenen Sommer beschlossen. Ostdeutsche Kommunen sollen damit finanzielle Hilfen für die städtebauliche Entwicklung erhalten. Für die Wohnungswirtschaft stehen Mittel für durch Leerstand bedingten Abriss bereit.

"Seit 1999 sind den Unternehmen durch die Leerstände über eine Milliarde Euro Kosten entstanden", sagte GdW-Präsident Lutz Freitag. Zudem belasteten die Altverbindlichkeiten aus der Finanzierung des DDR-Wohnungsbaus die betroffenen Firmen mit 150 Millionen Euro pro Jahr. Wohnungsunternehmen und Städtetag erwarten hier von Bund und Ländern stärkere finanzielle Unterstützung. So könnten die Kosten in den Solidarpakt II eingebunden und notwendige Darlehen durch Bundes- und Landesbürgschaften abgesichert werden, hieß es.

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