Wirtschaft : Im rechten Licht: Wer bummelt, verliert

Susanne Rabe

Dass Ehepaare sich trennen, kommt nicht nur in den besten Familien, es kommt auch immer öfter vor. Wenn bislang einer der Ehepartner das Geld verdiente (in den meisten Fällen ist das nach wie vor der Ehemann), und der andere (also meist die Frau) die Kinder und den Haushalt versorgte, eventuell etwas hinzuverdiente, dann muss die Frage nach dem Unterhalt geklärt werden. Doch nicht nur in der Liebe, auch beim Geld scheiden sich schnell die Geister. Unterhaltszahlungen sind zwar gesetzlich geregelt, wenn sich aber die Gespräche darüber hinziehen, kann das unliebsame Folgen haben - und zwar für denjenigen, dem der Unterhalt zusteht. Denn grundsätzlich kann Unterhalt nur für die Zukunft gefordert werden.

Der Unterhaltspflichtige muss zwar Auskunft über sein Einkommen und Vermögen geben und die entsprechenden Belege vorlegen. Rückwirkend kann man Unterhalt aber erst ab dem Zeitpunkt von ihm einfordern, zu dem er dazu aufgefordert wurde. Erst nachdem die Auskunft mit dem Hinweis darauf, dass Unterhalt geltend gemacht und der Höhe nach berechnet werden soll, eingefordert wurde, muss der Unterhaltspflichtige damit rechnen, zahlen zu müssen. Eine Verzögerung dieser Auskunft geht nicht zulasten des Unterhaltsberechtigten.

Da es erfahrungsgemäß einige Zeit dauert, bis die Höhe des Ehegattenunterhalts geklärt ist, sollte die Aufforderung möglichst frühzeitig schriftlich verfasst und dem Unterhaltspflichtigen zugeleitet werden. Und es empfiehlt sich, das Schreiben per Einschreiben mit Rückschein oder als Botenzustellung auf den Weg zu bringen. Denn solche Schriftstücke gehen nicht selten "auf unerklärliche Weise" verloren. Bei fehlender Auskunft oder rückständigem Unterhalt sollte man grundsätzlich nie lange warten, sondern notfalls das Familiengericht zur Klärung dieser Fragen bemühen.

Die Autorin ist Fachanwältin für Familienrecht und Notarin in Berlin.

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