Wirtschaft : Im Sporthandel siegt der Mittelstand

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Beim Kampf um den Kunden im Handel mit Sportartikeln bauen die mittelständischen Fachgeschäfte ihre Vormachtstellung überraschend aus. Während sich 2002 gleich mehrere Fachmarktkonzerne auf dem Rückzug befanden, sicherten sich die kleinen Geschäfte vor Ort zusätzliche Marktanteile. Als Hauptgewinner gilt die Mainhausener Einkaufskooperation Sport 2000. Bei einer nahezu unveränderten Zahl von 771 Mitgliedsunternehmen kletterte der Außenumsatz der Geschäfte von 1,53 Milliarden auf 1,7 Milliarden Euro. Die Expansion ging nicht einmal zu Lasten des operativen Ergebnisses – es blieb bei 0,7 Millionen Euro vor Steuern. „Im Sporthandel tun sich Systemanbieter deutlich schwerer als wir“, kommentiert Geschäftsführer Jens Fischer das Ergebnis.

Tatsächlich kommen in Deutschland Sportketten kaum über einen Marktanteil von 20 Prozent hinaus. Trotz ausgefeilter Warenwirtschaftssysteme und Kundenkarten schaffen es Konzernzentralen nur eingeschränkt, sich auf unterschiedliche regionale Kaufgewohnheiten einzustellen. Was in Berchtesgaden Sportbegeisterte in die Läden lockt, bleibt in Flensburg nicht selten wie Blei im Regal liegen. Das musste zuletzt der französische SportFachmarktbetreiber Décathlon leidvoll erfahren, dessen Expansion scheiterte. Ganz ausgestiegen ist der Hagener Douglas-Konzern aus dem Sportgeschäft. Die ehemalige Konzerntochter Voswinkel (70 Millionen Euro Umsatz) gehört nun zur Einkaufskooperation Intersport. Komplett vom deutschen Markt hat sich der aus Rimini gesteuerte Sportswear-Filialist Giacomelli verabschiedet. Bei einem branchenweiten Umsatzrückgang im vergangenen Jahr von 3,7 Prozent musste selbst Marktführer Karstadt-Quelle Federn lassen – aber trotzdem investiert er weiter. cs/HB

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