Wirtschaft : Im zweiten Anlauf soll es klappen

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Es ist nicht der erste Anlauf, den der amerikanische Finanzinvestor Christopher Flowers unternimmt, um die Landesbank Berlin zu kaufen. Beim ersten Mal hieß die Landesbank noch Bankgesellschaft und war ein marodes Unternehmen, das von seinem Haupteigentümer, dem Land Berlin, mit Milliardenbeihilfen gerade noch vor dem Ruin gerettet worden war. Damals, im Jahr 2003, hatte Flowers zusammen mit dem Investor David Bonderman zehn Millionen Euro für die Bankgesellschaft geboten – zusammen mit den Risiken, die beim Land Berlin verbleiben sollten, errechnete Finanzsenator Thilo Sarrazin damals einen negativen Kaufpreis und behielt die Bank lieber erst einmal selber.

Wie gut Sarrazin daran getan hat, sieht man heute. Flowers, der diesmal den Investor Texas Pacific Group im Schlepptau haben soll, wird beim zweiten Anlauf mehrere Milliarden hinlegen müssen, wenn er den Zuschlag für die heutige Landesbank bekommen will. Beim Rechnen hat er einen möglicherweise entscheidenden Nachteil gegenüber den Banken: „Finanzinvestoren können keine Synergie-Effekte nutzen und müssen sehen, dass sich das Investment von allein rechnet“, sagt Dirk Becker von Kepler Equities.

Einen Fuß hat Flowers allerdings schon im deutschen Markt – auch bei einer Landesbank. Im vergangenen Jahr kaufte er gemeinsam mit anderen Investoren der WestLB ihren 24-prozentigen Anteil an der HSH Nordbank ab – für 1,25 Milliarden Euro. Trotzdem bleibt unklar, was Flowers mit der LBB anstellen könnte. Falls er sie in ihre Einzelteile zerlegen und mit Gewinn weiterverkaufen würde, wie es Finanzinvestoren häufiger tun, würde dies wohl einen politischen Aufschrei weit über Berlin hinaus verursachen. Beobachter gehen deshalb davon aus, dass das Land nur im Notfall an Flowers verkaufen wird: wenn dieser das mit Abstand höchste Gebot liefert. stek

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