Wirtschaft : Im zweiten Jahr der Liberalisierung werden die Gewinnmargen auf dem Telekommarkt kleiner

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1999 war das zweite Jahr, in dem die Preise fürs Telefonieren in Deutschland kräftig gefallen sind - seit Anfang 1998 um bis zu 80 Prozent. Ein Grund, warum die Deutschen mehr telefonierten - rund 224 Milliarden Minuten 1999. Zum Vergleich: 1997 waren es rund 178 Milliarden Minuten. Obwohl die privaten Telefongesellschaften im kommenden Jahr reduzierte Gebühren zahlen müssen, wenn sie die Leitungen der Deutschen Telekom nutzen wollen, erwarten Marktbeobachter keine dramatischen Preisrückgänge mehr. Die Margen sind so klein geworden, dass viele diesen Kostenvorteil wohl nicht direkt an ihre Kunden weitergeben werden - es sei denn, die Wettbewerber tun es. 1999 war auch das Jahr, in dem der Grundstein für den Wettbewerb im Ortsnetz gelegt wurde. Rund 35 Prozent Marktanteil im Fernverkehr hat die Telekom schon verloren, doch die Konkurrenten konnten gerade mal zwei Prozent der Kundenanschlüsse bei sich verbuchen, meldet der Branchenverband VATM. Hier muss der Wettbewerb erst noch in Gang kommen, der dann den Kunden auch niedrigere Preise für Ortsgespräche bringen soll. Zugang zu den Haushalten und Unternehmen können sich Telefongesellschaften bald auch per Richtfunk verschaffen. Dazu hat die Regulierungsbehörde 1999 die Lizenzen vergeben. Der Wettbewerb hat nichts an seiner Schärfe verloren - im Gegenteil. Deutsche und ausländische Unternehmen wollen sich im größten Telekommunikationsmarkt Europas eine gute Ausgangsposition für das kommende Jahrtausend verschaffen. Die Übernahmeschlacht, die die Mobilfunkgesellschaft Vodafone um Mannesmann führt, ist erst der Anfang.

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