Wirtschaft : Imageprobleme: Apple braucht "Power und Sex"

Rita Neubauer

Trotz roter Zahlen im letzten Quartal und stagnierender Umsätze versuchte Apple-Vorstandschef Steve Jobs bei der Eröffnung der Fachmesse MacWorld in San Francisco einen Hoffnungsschimmer zu entdecken. "Die letzten Monate waren eine Herausforderung für Apple und unsere Branche", gab Jobs zu. "Wir haben deshalb beschlossen, das Jahr 2001 mit einem großen Knall zu beginnen." Der Knall kam in Form von vier neuen, schnelleren Power Macs, die über Prozessoren von 466 MHz bis 733 MHz verfügen. Jobs stellte unter dem Motto "Power and Sex" auch ein neues PowerBook Laptop mit Titanium-Gehäuse vor. Das Erscheinen des neuen Betriebssystems Mac OS X verschob Jobs auf Ende März.

Apple hatte jüngst mit Problemen bei den Umsätzen und beim Image zu kämpfen. Zudem verlief das Weihnachtsgeschäft schleppend, was auch andere PC-Firmen wie Dell und Compaq spürten. Anstelle des angepeilten geringfügigen Gewinns wird mit einem Verlust in Höhe von 225 bis 250 Millionen Dollar für das vierte Quartal gerechnet.

Im Vorjahr betrug der Quartalsgewinn immerhin noch 183 Millionen Dollar. Auch die Erwartungen für 2001 sind nicht rosig. Jobs, der schon einmal im Jahr 1997 Apple aus der Krise riss, senkte die Prognose auf sechs bis 6,5 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahr, als der Umsatz bei 6,1 Milliarden Dollar lag, eine Stagnation. Beobachter machen zwei Gründe für die schlechten Nachrichten aus: Die schwache US-Wirtschaft und die Wachstumsverlangsamung im PC-Markt. Um die gefüllten Lager zu leeren, musste Apple im Dezember und Januar bereits drastisch die Preise senken.

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