Wirtschaft : Immer mehr Jugendliche ohne Arbeit Berliner Betriebe bieten

weniger Lehrstellen an

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Berlin (dpa). Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in Berlin ist in den vergangenen elf Jahren dramatisch gestiegen. Waren 1991 rund 24200 Männer und Frauen bis 25 Jahre ohne Job gemeldet, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 35300, teilten das Statistische Landesamt Berlin und das Arbeitsamt mit. Demographische Entwicklungen spielen bei dem schlechten Ergebnis keine Rolle. Der Anteil der Jugendlichen an der Berliner Bevölkerung ist insgesamt sogar zurückgegangen. Laut einer Analyse des Statistischen Landesamtes sank die Zahl der jungen Menschen in der Hauptstadt von 1991 bis 2000 um rund 29400 Personen.

Eine Besserung der Lage ist nach Einschätzung der Statistiker nicht in Sicht. Allein beim Arbeitsamt Berlion waren im März 12267 Schulabgänger gemeldet, die noch keine Lehrstelle gefunden haben. Weiterhin drängen Jugendliche, die ihren Wohnsitz in Brandenburg haben, auf den Berliner Arbeitsmarkt. Insgesamt boten Berliner Betriebe im vergangenen Jahr 2800 Lehrstellen weniger an als im Vorjahr. Die größten Einbußen gab es in den Handwerksberufen.

Längeres Lernen als Ersatz für Arbeit

Nach einer Analyse des Statistischen Landesamtes hat die mangelnde Zahl der Ausbildungsplätze inzwischen zu einem veränderten Bildungsverhalten geführt. Um den immer schwieriger werdenden Einstieg ins Berufsleben hinauszuzögern, besuchten Jugendliche heute länger Schulen und weiterführende Bildungseinrichtungen. Viele versuchten durch eine bessere Qualifikation ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Psychologisch werten die Statistiker die geringere Berufstätigkeit junger Menschen als großen Nachteil. Die wirtschaftliche Loslösung vom Elternhaus werde erschwert, Selbstbewusstsein durch berufliche Erfolge bleibe aus. Durch eine andauernde Beschäftigungslosigkeit gingen auch vorhandene Kenntnisse wieder verloren, warnen die Autoren.

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