Wirtschaft : Immer mehr Personen immer länger ohne Job

Langzeitarbeitslosigkeit steigt BERLIN (mhm/HB).Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat mit 1,54 Millionen Ende 1997 einen Nachkriegsrekord in Deutschland markiert.Auffällig ist, daß die Zuwachsrate im Dezember mit 25,8 Prozent doppelt so hoch ausfiel, wie bei den Zugängen aller registrierten Arbeitslosen.Im Osten hat sich die Zahl der länger als ein Jahr arbeitslos Gemeldeten Ende 1997 sogar um 56,6 Prozent erhöht.Darauf weist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hin.Für den zum Jahresende deutlich höheren Anstieg als im Jahresdurchschnitt macht der Arbeitsmarktexperte beim DGB-Bundesvorstand, Wilhelm Adamy, wesentlich "die Abbruchpolitik der Bundesregierung bei der Arbeitsförderung" verantwortlich.Die Langzeitarbeitslosigkeit sei noch nie so stark gestiegen wie in den vergangenen zwölf Monaten.Dabei unterzeichneten die amtlichen Statistiken die tatsächliche Problemlage.Denn alle Erwerbslosen, die länger krank gewesen seien, vorübergehend Arbeit gefunden oder kurzfristig an Arbeitsamts-Maßnahmen teilgenommen hätten, würden von der Arbeitsverwaltung statistisch als Neuzugänge gebucht.So werde Langzeitarbeitslosigkeit oft nur formal in der Statistik beendet.Die auf 32,2 Wochen im Westen und 31,3 Wochen im Osten gestiegene durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit verdecke, daß Langzeitarbeitslose erheblich längere Wartephasen akzeptieren müßten.Etwa jeder zweite von ihnen sei zwei Jahre und länger ohne Arbeit.Dabei sei Dauerarbeitslosigkeit nicht nur für Ungelernte eine Bedrohung.Mehr als die Hälfte der Langzeitarbeitslosen verfüge über eine Berufsausbildung.Das Risiko einer Langzeitarbeitslosigkeit sei für Angestellte inzwischen fast ebenso hoch wie für Arbeiter.

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